Durchsuchung bei Flüchtlingsheimbetreiber European Homecare

Durchsuchung bei Flüchtlingsheimbetreiber European Homecare
Die Staatsanwaltschaft Siegen und die Kriminalpolizei Essen haben am Montag die Geschäftsräume des Flüchtlingsheimbetreibers European Homecare in Essen durchsucht.

Anlass waren Vorwürfe, das Unternehmen habe von den mutmaßlichen Misshandlungen in der Asylunterkunft in Burbach gewusst, sagte der Siegener Oberstaatsanwalt Johannes Daheim dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Unternehmen wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, man werde umfassend mit den Ermittlern kooperieren.

Das WDR-Fernsehen hatte am Sonntag unter Berufung auf anonym bleibende Sicherheitskräfte berichtet, dass Übergriffe gegen Flüchtlinge mit Wissen von European Homecare geschehen seien. Teils habe das Unternehmen sogar konkrete Anweisungen zur Bestrafung von Flüchtlingen gegeben, die sich nicht an die Anweisungen des Personals hielten. European Homecare betreibt die Heime in Burbach und Essen, in denen Wachleute Flüchtlinge misshandelt haben sollen. Der engagierte Sicherheitsdienst hatte die Wachleute über ein weiteres Subunternehmen angestellt.

"Ich bin mir sicher, dass die polizeiliche Ermittlungsarbeit ergeben wird, dass European Homecare im Vorfeld keine Informationen über die Vorfälle in Burbach hatte", sagte Geschäftsführer Sascha Korte. Der Staatsanwaltschaft seien zahlreiche Dokumente über die Beauftragung der Sicherheitsfirma zur Verfügung gestellt worden. Durchsucht wurde neben den Essener Geschäftsräumen der Firma auch die private Wohnung des Geschäftsführers Korte. Nach Angaben von European Homecare gab es zudem parallel Untersuchungen in Burbach.

Meldungen

Top Meldung
Katharina Kracht, Betroffene, Pädagogin und Religionswissenschaftlerin aus Bremen
Die Pädagogin und Religionswissenschaftlerin Katharina Kracht hat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt Machtmissbrauch vorgeworfen.