Berliner Kirche begrüßt Verbot des "Körperwelten"-Museums

Berliner Kirche begrüßt Verbot des "Körperwelten"-Museums
Die evangelische Kirche in Berlin hat mit Erleichterung auf das Verbot des geplanten "Körperwelten"-Museums reagiert. Die öffentliche Präsentation von Leichnamen degradiere Verstorbene zu Gegenständen, sagte der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Bertold Höcker, am Mittwoch.

Das entspreche nicht einem von Ehrfurcht und Würde geprägten Umgang mit Menschen, wie ihn Christen vertreten, ergänzte Höcker. Am Montag war bekanntgeworden, dass der Bezirk Mitte keine Ausnahmegenehmigung zur Eröffnung des Museums unter dem Berliner Fernsehturm erteilt. Laut Berliner Bestattungsgesetz müssen Leichen beerdigt werden.

Mit seinen "Körperwelten"-Ausstellungen hat der Heidelberger des Leichen-Plastinators Gunther von Hagens in den vergangenen beiden Jahrzehnten Millionen Besucher angelockt. Auf öffentliche Kritik stießen immer wieder die arrangierten Ganzkörper-Plastinate, etwa als Kartenspieler, eine Reiterstatue oder ein kopulierendes Paar. In zahlreichen Gerichtsentscheidungen ist zwischen der Wissenschaftsfreiheit - auf die sich von Hagens beruft - und der Menschenwürde der Toten abgewogen worden. Dabei haben die Gerichte den temporären Ausstellungen bislang grundsätzlich grünes Licht gegeben. Beschränkungen gab es lediglich für besonders auffällige Exponate.

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