Kirche in Hannover wird internationales Chorzentrum

Deutschland spricht 2019
Kirche in Hannover wird internationales Chorzentrum
Pünktlich zu ihrem 150-jährigen Bestehen wird die Christuskirche nach langem Umbau wiedereröffnet. Künftig soll sie nicht nur den berühmten Hannoveraner Mädchenchor beherbergen, sondern Chören aus aller Welt eine Bühne bieten.

Ein Internationales Zentrum für Kinder- und Jugendchöre wird am Sonntag in der Christuskirche in Hannover eröffnet. Dafür ließen die Initiatoren Norddeutschlands größte neugotische Backsteinkirche für 2,4 Millionen Euro im Inneren komplett umgestalten. Dort soll künftig der international renommierte Mädchenchor Hannover ein festes Domizil bekommen, wie der evangelische Stadtkirchenverband mitteilte. Parallel dazu will die örtliche Kirchengemeinde das historische Gebäude weiterhin für Gottesdienste und Veranstaltungen nutzen.

Mit der Wiedereröffnung nach zweieinhalb Jahren Umbauzeit feiert die Christuskirche zugleich auf den Tag genau ihr 150-jähriges Bestehen. Sie wurde am 21. September 1864 als Kirche des hannoverschen Königs Georg V. eingeweiht. Zum Festgottesdienst am Sonntag hat sich deshalb auch Erbprinz Ernst-August von Hannover angesagt. Das Fürstenhaus der Welfen, dem er entstammt, hat bis heute das Patronat der Kirche inne. Die Predigt zum Jubiläum hält Landesbischof Ralf Meister.

Der Mädchenchor Hannover gilt als führender Chor seiner Art in Deutschland. Neben ihm sollen Kinder- und Jugendchöre aus aller Welt Gelegenheit bekommen, in dem neuen Chorzentrum gemeinsam zu üben und aufzutreten. Die Architekten ließen dafür eine treppenförmig aufsteigende Tribüne ins Innere einziehen, die entweder als Bühne oder als Zuschauerraum genutzt werden kann. Unter der Tribüne richteten sie einen Probenraum ein.

Ins Gewölbe der Kirche ließen die Bauherren zudem nach historischem Vorbild 190 Kupfersterne montieren. Zahlreiche Bürger spendeten dafür als symbolische "Sternenpaten" jeweils 500 Euro. Die Christuskirche wurde vom Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) als Residenzkirche des hannoverschen Welfen-Königs Georg V. errichtet. Sie wurde stilbildend für zahlreiche Kirchbauten in ganz Deutschland. Seit 1980 gilt sie als "Baudenkmal von nationaler Bedeutung".
 

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