Diakonie: Betreuungsgeld ist völlig falsches Signal

Diakonie: Betreuungsgeld ist völlig falsches Signal
Im erneuten Streit um das Betreuungsgeld hat auch die Diakonie ihre Kritik an der Familienleistung bekräftigt.

"Bildungs- und familienpolitisch ist das Betreuungsgeld ein völlig falsches Signal und setzt Fehlanreize", erklärte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, am Montag in Berlin. Sie forderte die Bundesregierung auf, die Fehlentscheidung der letzten Legislaturperiode zurück zu nehmen.

Loheide äußerte sich mit Blick auf Ergebnisse einer Studie des Deutschen Jugendinstituts und der Universität Dortmund. Danach stellt das Betreuungsgeld besonders für sozial benachteiligte Familien einen Anreiz dar, kein staatliches Angebot frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung zu nutzen.

"Unsere Befürchtungen wurden bestätigt", sagte Loheide. "Die Ergebnisse zeigen, dass durch das Betreuungsgeld insbesondere benachteiligte Familien auf frühkindliche Bildungsangebote für ihre Kinder verzichten." Die Entscheidung der Eltern für das Geld sei eine Entscheidung gegen die Zukunft ihrer Kinder.

Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund oder aus prekären Verhältnissen bräuchten die Chancen und Möglichkeiten einer Kindertageseinrichtung, um in ihrer Entwicklung besser gefördert zu werden. Nach Ansicht Loheides müssten die für das Betreuungsgeld geplanten Mittel von bis zu 1,2 Milliarden Euro in die Qualität der Kindertagesbetreuung investiert werden.

Das Gesetz trat vor einem Jahr in Kraft. Betreuungsgeld erhalten Eltern, die für ihre Kinder unter drei Jahren weder einen Kita-Platz noch eine staatlich geförderte Tagesmutter in Anspruch nehmen. Ab 1. August 2014 wird die Leistung von 100 Euro auf 150 Euro erhöht.

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