Treffen von NS-Überlebenden in Flossenbürg beendet

Foto: epd-bild / KZ-Gedenkstätte
Verteilung von Essen an Häftlinge im Steinbruch des Konzentrationslagers in Flossenbürg in der Oberpfalz (Foto undatiert).
Treffen von NS-Überlebenden in Flossenbürg beendet
Mit einer Gedenkfeier ist am Sonntag ein Treffen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg am Sonntag zu Ende gegangen.

Rund 40 Überlebende des NS-Terrors aus über 16 Ländern hatten daran teilgenommen. Bei der Gedenkveranstaltung mit mehr als 200 Besuchern wurde auch an das gescheiterte Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 und den NS-Widerstand erinnert. Nach der Niederschlagung des Putsches wurden rund 200 Menschen als Mitwisser ermordet, unter ihnen auch der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Er wurde in Flossenbürg hingerichtet.

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Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, mahnte mehr öffentliche Anerkennung für die NS-Widerstandskämpfer an. Es dürfe nicht vergessen werden, dass es Opposition und Widerstand gab "und zwar quer durch alle Schichten der Bevölkerung". Obwohl diese mutigen Menschen in der Minderheit gewesen seien, "waren sie Sand im Getriebe des Systems". Es dürfe nicht vergessen werden, dass sie gehandelt hätten, "wo so viele zauderten."

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) rief dazu auf, Flossenbürg trotz seiner brutalen Geschichte als einen Ort der Zukunft und der internationalen Begegnung verstehen zu lernen. Um sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen zu setzen, werden Gedenkstätten gebraucht. "Wir brauchen dazu aber auch Menschen", die der Geschichte ein Gesicht geben, sagte Spaenle.

Als einen der Helden im Kampf gegen das menschenverachtende Hitler-Regime bezeichnete er den Theologen Dietrich Bonhoeffer, "dessen moralische Kraft bis heute unfassbar bleibt." Der Blick in sein Gesicht werfe die Frage auf, woher die Kraft für solch mutigen Widerstand komme und fordere dazu auf, das eigene soziale und politisches Handeln zu hinterfragen.

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Nach den Worten des ehemaligen KZ-Häftlings Herzog Max in Bayern, der im Namen der Überlebenden sprach, ist das Treffen ein verpflichtender Anlass, nach Flossenbürg zurückzukommen, "weil wir hoffen, durch unser Hiersein dazu beizutragen, dass sich dieses unfassbare Grauen nie mehr wiederholt." Der Herzog erinnerte an aufrechte Frauen und Männer, die den Häftlingen "in rührender Weise" geholfen hätten und "damit ihre eigene Existenz riskierten."