TV-Tipp: "2 für alle Fälle: Manche mögen Mord" (ARD)

TV-Tipp: "2 für alle Fälle: Manche mögen Mord" (ARD)
Ex-Polizist Piet muss einspringen, weil Hannes die Haft droht: Diverse Indizien lassen vermuten, dass Hannes eine verwitwete Multimillionärin ermordet hat, um an ihr Geld zu kommen.

"2 für alle Fälle: Manche mögen Mord", 19. Januar, 20.15 Uhr im Ersten

Schon der Name der Reihe ist nicht besonders einfallsreich, aber der Titel dieses Films ist geradezu abstoßend blöd. Und die Inszenierung (Christoph Schnee) unspektakulär zu nennen, wäre der pure Euphemismus, zumal die Fortsetzung längst nicht die Leichtigkeit des ersten Films hat. Dass "Manche mögen Mord" trotzdem sehenswert ist, liegt an den Dialogen, die sich Wolfgang Limmer ausgedacht hat; und natürlich an den Darstellern, deren Zusammenspiel ähnlich amüsant ist wie beim Auftakt ("Ein Song für den Mörder").

Gewerbe der "Frauenbeglückung"

Auch wenn es etwas willkürlich wirkt, dass die Hauptfiguren entwurzelt und von der Nordsee in den Harz verfrachtet wurden: Allein die bewährte Kombination Axel Milberg/Jan Fedder ist ein Genuss. Höhepunkte des Films sind die Szenen, in denen Heiratsschwindler Hannes (Milberg) seinen Halbbruder Piet (Feder) in das Gewerbe der "Frauenbeglückung" einführt. Der Ex-Polizist muss einspringen, weil Hannes die Haft droht: Diverse Indizien lassen die einheimischen Ermittler vermuten, dass er eine verwitwete Multimillionärin ermordet hat, um an ihr Geld zu kommen.

Einige Szenen haben allredings offenkundig allein den Zweck, Hannes, Piet und ihre Combo (Nina Petri, Frank Jacobsen) musizieren zu lassen. Das allerdings macht die Band vor allem dank Fedders Bassstimme derart gut, dass man sich mitunter mehr Musik und weniger Nebengeräusche wünscht; außerdem reicht das Spektrum des Quartetts von Jimi Hendrix über Bob Dylan bis zu "La Paloma". Und so witzig die Idee auch ist, die örtlichen Polizisten (Martin Glade, Steffi Kühnert) als "Furcht und Adel" firmieren zu lassen (er heißt Furcht, sie ist von Adel): Das Duo bringt den Film immer wieder hart an den Rand der Klamotte. Außerdem spielt Jan Henrik Stahlberg den Privatsekretär des Opfers, als wolle er Sieger beim Wettbewerb "Die verdächtigste Nebenfigur" werden. Immerhin gibt es mit August Schmölzer (als Hannes’ hochstapelnder Berufskollege Frider von Posselt) einen ernsthaften Mitbewerber. Um so schöner aufgelöst ist das Finale, als Piet die Strategie seines Bruders im Casino auf überraschende und vor allem dreifach erfolgreiche Art in die Tat umsetzt.


Der Autor unserer TV-Tipps, Tilmann P. Gangloff, setzt sich seit über 20 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei Kindern und lebt am Bodensee. Er gehört seit Beginn der 1990er Jahre regelmäßig der Jury für den Adolf-Grimme-Preis an und ist ständiges Mitglied der Jury Kinderprogramme beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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