Bodo Wartke und der Kirchentag entschuldigen sich für Einlass-Pannen

Bodo Wartke und der Kirchentag entschuldigen sich für Einlass-Pannen
Der Liedermacher des diesjährigen Kirchentags-Liedes, Bodo Wartke, hat sich in einer offiziellen Stellungnahme für das Einlass-Chaos bei seinem Konzert auf dem Kirchentag in Dresden entschuldigt. Der Kirchentag nahm alle Schuld auf sich und entschuldigte sich ebenfalls.

"Es steht 'Bodo Wartke' drüber, also will ich auch, dass Ihr behandelt werdet wie meine Gäste. Dass dies nicht geschehen ist und es obendrein zu einigen Sicherheitsmängeln hinsichtlich der Notfallversorgung gekommen zu sein scheint, tut mir aufrichtig leid", schreibt der Liedermacher in einem Statement auf seiner Homepage.

Bei dem Konzert am Samstagabend, 4. Juni, im Dresdner Kulturpalast war nur Platz für rund 1.800 Menschen. Vor dem Kulturpalast drängten sich aber noch Tausende, die das Konzert gerne sehen wollten. Nach Angaben einiger Gäste sei ihnen von Helfern draußen versprochen worden, "alle kommen noch rein" – ein Versprechen, dass unerfüllbar blieb.

Mit dem Ansturm nicht gerechnet

Schon am Nachmittag gegen 16 Uhr waren die ersten Fans ins Foyer des Kulturpalasts gekommen, um sich Plätze zu sichern. Mit dem Ansturm hatte die Organisation des Kirchentages nicht gerechnet, bestätigte Pressesprecher Hubertus Grass gegenüber evangelisch.de: "Wir dachten, um 18 Uhr ginge der Andrang los. Die Leute waren aber schon um 16 Uhr im Kulturpalast. Da hatten wir ein Problem – wir waren eher auf 18 Uhr eingestellt." Auch die 800 Personen von der Veranstaltung zuvor mussten den Kulturpalast noch verlassen, was angesichts des frühen Andrangs nicht ganz einfach war.

Im Anschluss an das Konzert, das dann als Ausweich-Lösung auch per Lautsprecher auf die Straße neben dem Kulturpalast übertragen wurde, beschwerten sich einige der Besucher außerdem, der Saal sei nicht voll besetzt gewesen. Korrekt, aber das lag an Brandschutzauflagen, sagt Kirchentags-Sprecher Grass: Die Feuerwehr habe nur knapp 2.000 Zuschauer im Saal zugelassen. Die maximale Personenzahl im Kulturpalast betrage 2.700, aber weil dort unter anderem auch das Pressezentrum mit den berichtenden Journalisten untergebracht war, war dieses Limit erreicht, bevor der Saal komplett besetzt war.

Kirchentag: "Uns tut das richtig Leid"

Dass vor dem Kulturpalast kommuniziert worden sei, es kämen alle noch rein, "war ein Fehler", sagt Grass: "Das ist nicht optimal gelaufen, das müssen wir noch mal aufarbeiten." Die Organisatoren hatten schlichtweg nicht mit so viel Andrang für das Bodo-Wartke-Konzert gerechnet. Grass: "Wir sind da voller Demut. Das ist für einen Veranstalter sowohl gegenüber Bodo Wartke als auch demjenigen, der draußen sitzt, richtig peinlich. Uns tut das richtig Leid", entschuldigt sich der Pressesprecher.

Auch der Künstler selbst entschuldigte sich auf seiner Homepage dafür, mit der Situation in seinem typischen flapsigen Stil umgegangen zu sein. "Hätte ich gewusst, wie nervig und z.T. sogar gefährlich die Situation aller draußen Gebliebenen und damit denen, die später der Übertragung zuhörten, gewesen ist, hätte ich meine Worte besser gewählt. Mir war tatsächlich nicht ganz klar, auf welche Gemüter meine teils tatsächlich ironischen und missverständlichen Kommentare trafen."

So oder so: Klar ist, dass Bodo Wartke beim nächsten Kirchentag eine größere Halle bekommt – und dass die Leitung des Kirchentages diesen Fehler nicht wiederholen will. Pressesprecher Grass: "Uns tut das richtig Leid."


 

Hanno Terbuyken ist Redakteur bei evangelisch.de und schreibt gelegentlich das Blog "Angezockt".