Mission: Geht hin und macht alle zu Jüngern

Mission: Geht hin und macht alle zu Jüngern
Als Mission, abgeleitet vom lateinischen Wort "missio" für Sendung, wird die Verbreitung von religiösen Lehren verstanden.

Die christlichen Kirchen berufen sich auf den Missionsauftrag des Evangeliums: "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." (Matthäus 28, 16-20). Vom 2. bis 6. Juni findet im schottischen Edinburg die Konferenz für Weltmission und Evangelisation mit rund 300 Teilnehmern statt. Die erste Weltmissionskonferenz 1910 am selben Ort gilt als Anfang der modernen ökumenischen Bewegung.

Bereits die urchristliche Gemeinde und der Apostel Paulus begannen nach Jesu Tod mit der so genannten Heidenmission. Einer der bedeutendsten Missionare der frühen Kirche war der aus England stammende Bonifatius (um 675-754), der "Apostel der Deutschen". Die Ausbreitung des Christentums nördlich der Alpen geht allerdings nicht allein auf ihn zurück. Mit dem Kolonialismus der Neuzeit weiteten sich die Missionsgebiete erheblich aus. Im 19. Jahrhundert erreichte die Mission ihre größte Expansion.

Zusammenhang mit Kolonialismus umstritten

In der Folge von Pietismus und Erweckungsbewegung entstanden seit dem 19. Jahrhundert viele Missionsgesellschaften und Orden, die in Afrika und Asien zahlenmäßig erfolgreich waren. Umstritten ist heute die Beziehung von einigen Missionaren zu den damaligen Kolonialherren. Historiker kritisieren zudem, dass durch die christliche Mission nicht selten fremde Kulturen zerstört wurden. Heute hat sich der Schwerpunkt des Christentums verlagert. Die meisten Christen wohnen auf der südlichen Erdhalbkugel in Afrika, Lateinamerika und Asien.

epd