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Glaube und Theologie
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
Ich bin 14 Jahre alt und bin in einer überzeugten atheistischen Familie aufgewachsen. Mein Vater hat die Bibel gelesen und ist Religionen gegenüber tolerant, meine Mutter hat sich nie so richtig mit dem Glauben beschäftigt, ist aber trotzdem gegen Religion. Ähnlich wie meine Mutter ist auch meine 4 Jahre ältere Schwester eingestellt.
Mein Problem ist, dass ich in letzter Zeit gemerkt habe, dass Gott da ist. Ich habe auch schon gebetet. Über die Feiertage waren wir mit Freunden unverhofft in einem evangelischen Rüstzeitheim/ einer evangelischen Heimvolkshochschule, die Übernachtungen anbietet, untergekommen. Da gab es eine Kapelle, die ich jeden Tag besucht habe.
Nun ist es so, dass meine Mutter und meine Schwester mich aufgrund meines Glaubens an Gott für eine religiöse Fanatikerin halten.
Am 06.01. ist aufgrund der Heiligen drei Könige ein Generationengottesdienst in einer naheliegenden Stadt.
Ich bin mir unschlüssig, ob ich dort hingehen sollte. Ich möchte nicht als religiöse Fanatikerin gehalten werden.
Ist es wirklich so schlimm, zu Gott zu finden und das mit 14? Kann ich als homosexuell praktizierende (feste Freundin seit 10 Monaten) überhaupt zu Gott finden?
Ist es mit 14 nicht schon zu spät? Die meisten religiösen Menschen werden ja schon von klein an christlich erzogen.
Herzliche Grüße
Finnja
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
als unsere Auslandsgemeinde einen neuen Pfarrer bekam, führte er einige Änderungen in der Liturgie durch. U.a. nennt er die Kollekte Dankopfer und, daraufhin angesprochen, bestätigte er mir, dass er den Opfergedanken betonen will.
Nach meinem Verständnis enthält "Opfern" immer den "do,ut des"-Gedanken, also man opfert, weil man etwas erreichen möchte. Das widerspricht meiner Auffassung nach der freien Gnadenzusage Gottes.
Ich habe in meiner über 40-jährigen Kirchenzugehörigkeit nie bewusst geopfert, und, ehrlich gesagt, ist mir der Gedanke, dies tun zu sollen, zuwider. Daher meine Frage: Gibt es in einem evangelischen Gottesdienst eine Opferhandlung?
Freundliche Grüße
Oliver Dahlmann