"Ein feste Burg ist unser Gott"

Kirchen in Transsilvanien in Rumänien
"Ein feste Burg ist unser Gott"
Kirchen in Transsilvanien in Rumänien
Kirchenburgen gab und gibt es auch in anderen Regionen Europas, weltweit einmalig ist allerdings die Dichte und Vielfalt der Kirchenburgen in der Region Transsilvanien in Rumänien – man spricht auch von der "Kirchenburgenlandschaft" Siebenbürgens.

Zum Schutz vor Überfällen und Plünderung befestigten die Siebenbürger Sachsen im Mittelalter ihre Kirchen zu massiven Wehranlagen, die viele Angriffe überstanden haben. Der Kirchenlied-Klassiker "Ein feste Burg ist unser Gott" erhält vor diesem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung.

Heute gibt es noch über 160 Anlagen, die weitgehend in ihrer vielfältigen historischen Gestalt erhalten sind. Sechs von ihnen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe: Tartlau (Prejmer), Deutsch-Weißkirch (Viscri), Keisd (Saschiz), Birthälm (Biertan), Wurmloch (Valea Viilor) und Kelling (Câlnic). Die Verwaltung aller Kirchenburgen in Siebenbürgen gehört zu den Aufgaben der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Als Fachinstitut für den Erhalt des kirchlichen Kulturerbes wurde die Stiftung Kirchenburgen gegründet.

Mehr zu Siebenbürgen
<p><strong>Stiftung Kirchenburgen</strong></p>

<p>Die Verwaltung aller Kirchenburgen in Siebenbürgen gehört heute zu den Aufgaben der <a href="https://www.evang.ro/" target="_blank">Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien</a>. Als Fachinstitut für den Erhalt des kirchlichen Kulturerbes wurde im Herbst 2015 die <a href="https://kirchenburgen.org/" target="_blank">Stiftung Kirchenburgen</a> gegründet.&nbsp;Die Schirmherrschaft haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis inne, der selbst Siebenbürger Sachse ist.&nbsp;Zuvor hat sich das&nbsp;Projektbüro "Leitstelle Kirchenburgen", das die Kirche 10 Jahre zuvor eingerichtet hatte, um die Kirchenburgen&nbsp;in der Region gekümmert.</p>

<p>Die Stiftung Kirchenburgen ist auf <a href="https://kirchenburgen.org/mitmachen/spenden/" target="_blank">Spenden für konkrete Projekte oder auch den Aufbau der Stiftungsarbeit</a> angewiesen.</p>

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<p><strong>Reformation in Siebenbürgen</strong></p>

<p>Die Siebenbürger Sachsen haben sich im 16. Jahrhundert geschlossen der Wittenberger Reformation angeschlossen. Maßgeblich verantwortlich dafür war der Kronstädter Ratsherr Johannes Honterus (1498-1549), der im Exil in Kontakt mit dem Humanismus und den Gedanken der Wittenberger Reformation kam. Nach seiner Rückkehr wurde er der erste evangelische Pfarrer in Kronstadt (Brașov) und publizierte 1543 das sogenannte "Reformationsbüchlein". Honterus'&nbsp;Nachfolger im Stadtpfarramt von Kronstadt, Valentin Wagner (1510-1557), war direkter Schüler von Philipp Melanchthon.</p>