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Neubeginn auf dem Eis

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Neubeginn auf dem Eis
08.02.2018
Maike Weiß und Tomaso Clavarino
evangelisch.de
Ein dunkelhäutiger junger Mann schießt ein Selfie vor einer Schneeanhäufung.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Ein dunkelhäutiger junger Mann schießt ein Selfie vor einer Schneeanhäufung.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Kebba hat in seinem Leben noch nie Schnee oder Eis gesehen. Sein Freund Edward dachte beim ersten Kälteeinbruch, dass er es hier nicht länger als wenige Tage aushalten würde. In ihrer Heimat in Gambia und Sierra Leone fällt das Thermometer selten unter 15 Grad.

Drei dunkelhäutige Männer beim Curling auf der Eisbahn.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Seedia, Edward und Kebba haben sich auf´s Eis gewagt und ihre Leidenschaft für Curling entdeckt. "Curling ist im Moment unser Ein und Alles", sagt Seedia,"dem Curling haben wir uns ganz verschrieben, wir wachsen daran und es spornt uns an." Es hilft ihnen die Unsicherheit auszuhalten, mit der sie darauf warten, dass ihr Asylantrag von den italienischen Behörden genehmigt wird.

Der Trainer sieht sich das Spiel vom Spielfeldrand an.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Eros Gonin hatte die Idee, eine Curling-Mannschaft für die Geflüchteten zu gründen. Als Vorstand des lokalen Sportclubs Pinerolo begleitete er die Gruppe bei ihren ersten wackeligen Schritten auf dem Eis. Mit Hilfe der Diakonie der Waldenserkirche rüstete er die Mannschaft mit Helmen und Trainingsanzügen aus.

Blick auf das Pellice Tal.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

In den Tälern um Torre Pellice gehört eine Mehrzahl der Bevölkerung zur Waldenserkirche, einer protestantischen Minderheit im katholischen Italien. Die Diakonie der Waldenserkirche engagiert sich in Italien besonders in der Flüchtlingsarbeit.

Zwei dunkelhäutige Männer beim Lernen an einem Schreibtisch.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Seedia und Edward sitzen über den Büchern: sie besuchen den Italienisch Sprachkurs im nahegelegenen Pinerolo.

Ein dunkelhäutiger Mann führt einen älteren Herrn am Arm.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Mit einer Arbeitsgenehmigung konnte Edward aus Gambia für wenige Monate in einem Seniorenwohnheim aushelfen. Auch auf den Bauernhöfen in der Umgebung und in der Bienenzucht fanden viele der Geflüchteten eine Arbeit. Nachdem die Genehmigungen ausgelaufen waren, fehlte ihnen eine Beschäftigung, vor allem an den langen und kalten Wintertagen.

Der Bildschirmhintergrund eines Smartphones zeigt eine Darstellung der Jungfrau Maria mit Heiligenschein.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Auf dem Bildschirm erstrahlt andächtig die heilige Jungfrau Maria. Für Edward ist sein christlicher Glaube auch in der Fremde ein wichtiger Halt. Sonntags besucht er die Gottesdienste in der Gemeinde.

Vor einem Schaufenster mit einem arabischen Schriftzug stehen sechs Schuhpaare.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Unter den Geflüchteten leben Christen und Muslime zusammen. Am Freitag treffen sich die jungen Muslime in der kleinen Moschee in Torre Pellice zum Gebet.

Zwei Spieler schieben einen Stein über das Spielfeld.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Sie träumen davon, an einem richtigen Wettkampf teilzunehmen - doch auch nach zahlreichen Briefen verwehrt ihnen der Eissportverband das. So sei pro Team lediglich ein ausländischer Spieler gestattet. Michele Comba, Mitarbeiter der Diakonie, ist enttäuscht: "Es wäre eine wundervolle Möglichkeit gewesen, die Aufmerksamkeit auf das Intergrationsprojekt zu richten."

Ein junger Geflüchteter ist beim Curling auf dem Gesäß gelandet.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Doch aller Anfang ist holprig, wie auch die ersten Versuche auf dem Eis. "Wir sind ständig hingefallen und konnten kaum aufrecht stehen", erinnert sich Edward. "Dann haben wir uns allmählich daran gewöhnt und inzwischen fühlen wir uns wohl auf dem Eis." So geben sie auch ihren Traum nicht auf, doch noch am Wettkampf teilzunehmen: "Wer werden es im nächsten Jahr wieder versuchen", verspricht Eros Gonin.

Zwei der jungen Männer stehen auf einem Felsen über einem Fluss, der Schnee ist abgetaut.

Foto: Tomaso Clavarino/Prospekt

Nach dem langen Winter brechen auch in Torre Pellice wärmere Tage an, doch die jungen Männer haben den Wintersport inzwischen zu ihrem Hobby gemacht.

Eine Gruppe junger Geflüchteter aus Gambia und Sierra Leone hat den Wintersport für sich entdeckt. Durch ein Immigrationsprogramm sind die jungen Männer nach Torre Pellice gekommen. Das liegt im äußersten Norden Italiens. Mit Hilfe der diakonischen Einrichtungen der Waldenserkirche und dem örtlichen Sportverein gründeten sie eine Curling Mannschaft. Zwischen dem Italienisch Lernen und dem Warten auf eine Aufenthaltsgenehmigung ist der Sport zu ihrer großen Leidenschaft in der neuen Heimat geworden.

 

 

Maike Weiß und Tomaso Clavarino