Bildergalerien

Wir helfen Flüchtlingen! Engagierte Menschen im Porträt

Galerie

Wir helfen Flüchtlingen! Engagierte Menschen im Porträt
Ursula, 75, unterrichtet Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Ursula, 75, unterrichtet Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Ursula, 75, ist Witwe. Ihr war es wichtig, den Flüchtlingen direkt gegenüberzusitzen und sie kennenzulernen: "So viele Flüchtlinge kommen in unsere Stadt. Ich habe mich immer gefragt, wo die wohl alle herkommen?
Deshalb ging ich zum 'Begegnungs-Café' unserer Kirchengemeinde. Dort waren so viele Besucher, fremde Gesichter. Schließlich nahm ich Platz an einem Tisch, zeigte ein Foto von mir und meiner Familie, ein Weihnachtsfoto, und war erstaunt, wie schnell alle Scheu und Unsicherheit wichen und wie einfach es doch ist, erste wunderbare Kontakte zu knüpfen."

Michael, 57, hat Flüchtlingen einen Job gegeben

Foto: Iris Wolf

Michael, 57, ist Unternehmer. Auch er wollte einen Beitrag zur Integration leisten und beschäftigt einige Flüchtlinge in seinem Unternehmen: "Einen hab ich, der hat sich unheimlich gut gemacht! Am Anfang war der Meister gar nicht so begeistert: 'Der nimmt uns Zeit weg', sagte er – und so weiter. Und zwei Wochen später kam er dann zu mir und meinte: 'Gut, dass wir ihn haben!'". Integration beginnt für Michael mit der Chance auf einen Arbeitsplatz: "Das ist mein Beitrag. Wenn wir sie nicht integrieren, werden die Probleme immer nur größer."

Stefan, 42, und Marie, 41, vermitteln Paten für Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Stefan, 42, und Marie, 41, haben fünf Kinder. Als die Flüchtlinge kamen, wollten sie eine Patenschaft für eine Familie übernehmen. Das lief so gut, dass sie nun Paten für die ganze Region koordinieren: "Wir sind selber beide im Ausland gewesen und haben die Erfahrung gemacht, wie furchtbar man sich fühlen kann, wenn man die Sprache nicht spricht. Ich war wirklich sehr dankbar für jeden, der Verständnis und Nachsicht hatte."

Johannes, 65, begleitet junge Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Johannes, 65, ist pensionierter Pfarrer. Seine christliche Einstellung ließ ihm keinen andere Wahl als zu helfen: "Meine christliche Tradition sagt mir, dass ich mich um andere Menschen kümmern soll. Und das ist mit Sicherheit das Wichtigste in unserer christlichen Religion. Dann war es eigentlich ganz natürlich, dass ich mich, als die Problematik der Flüchtlinge aufkam, ein bisschen engagiert habe. Das ist für mich eine ganz normale Geschichte. Das ist meine Weltanschauung."

Ulla, 62, hat am Bahnhof Brötchen geschmiert

Foto: Iris Wolf

Ulla, 62, ist mit zum Bahnhof gegangen, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen: "Ich war froh, dass ich nicht sofort in Kontakt kam, weil ich ziemlich große Angst davor hatte. Deshalb ging ich zum Brötchen schmieren in den Bahnhof. Die Angst vor den Fremden war da. Die Medien haben bestimmt ihren Teil dazu beigetragen. Doch dann sah ich, dass nicht nur arabische Männer kamen, sondern auch viele Familien."

Pit, 69, betreut ehrenamtlich 15 Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Pit, 69, betreut ehrenamtlich 15 Flüchtlinge. Er ist für sie Vater oder Freund und ist mindestens ein- bis zweimal pro Woche im Amt: "Mit Musik kann man die Leute treffen. Bei einem Essen konnten sie ihre Musik richtig ausleben, da ging allen das Herz auf. Sie wollen mir immer etwas zurückgeben. Dabei reicht mir ihr Lächeln."

Laura-Ann, 27, engagierte sich bei Fährfahrten für Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Laura-Ann, 27, arbeitet als Sozialarbeiterin. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für die Belange der Flüchtlinge. Sie war als freiwillige Helferin bei den Fährfahrten zwischen Deutschland und Schweden dabei: "Das war schon das Krasseste, was ich je erlebt habe. Wir haben 200 bis 250 Menschen begleitet. Auf der Fährfahrt erlebt man alle extremen Emotionen, die es so gibt: extreme Wut, extreme Angst, Traurigkeit, Freude, das war alles durcheinander gemischt. Jedem war bekannt: Theoretisch war das halb legal."

Bigi, 50, geht in ihrer neuen Tätigkeit völlig auf.

Foto: Iris Wolf

Bigi, 50, geht in ihrer neuen Tätigkeit völlig auf. Sie bezeichnet die Flüchtlinge, die sie betreut, als ihre neuen Kinder: "Ich kämpfe für meine Söhne und meine neuen Kinder wie eine Löwenmutter. Mit aller Kraft."

Dirk, 34, unterrichtet Flüchtlinge

Foto: Iris Wolf

Dirk, 34, arbeitet als Redakteur, Autor und Deutschlehrer: "Als ich mit dem Unterrichten anfing, hatte ich eigentlich gar keine Zeit, aber ich wollte etwas Sinnvolles machen. Und dann hat die Tätigkeit auch mein Leben beeinflusst. Abgesehen davon, dass es den Horizont erweitert, mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen zu reden, arbeite ich mittlerweile auch als Deutschlehrer. Früher war das für mich undenkbar: Lehrer werden. Doch durch die Arbeit im Verein habe ich festgestellt, dass mir diese Art zu unterrichten total viel Spaß macht."

Kati, 42, liest Kindern in einer Willkommensklasse Bücher vor.

Foto: Iris Wolf

Kati, 42, liest Kindern in einer Willkommensklasse Bücher vor. Mittlerweile übernimmt sie auch andere integrative Aufgaben in der Schule: "Ich verstehe die Leute hier in Deutschland nicht, die behaupten, das sei ihr Land. Das ist nicht unser Land, wir hatten einfach nur ein Riesenglück, dass wir in so einen Wohlstand hineingeboren wurden."

Iris Wolf

Foto: Iris Wolf

Iris Wolf, 44, lebt und arbeitet seit ihrem Studium als freiberufliche Fotografin und Künstlerin in Dortmund. In der künstlerischen Fotografie untersucht und begleitet sie gesellschaftliche Prozesse. Mehr unter <a href="www.iriswolf-fotografie.de">www.iriswolf-fotografie.de</a> .

Für den einen ist es "eine ganz normale Geschichte", für die andere "das Krasseste, was ich je erlebt habe". Die Fotografin Iris Wolf hat ganz unterschiedliche Menschen porträtiert und mit ihnen über ihre Erlebnisse, Ängste, Überraschungen und Glücksmomente gesprochen.