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Syrische Kinder nähen Europas Jeans

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Syrische Kinder nähen Europas Jeans
27.07.2016
Fotos: Valerio Muscella/ Übersetzung und Zusammenstellung: Lilith Becker und Sarika Feriduni
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Hamza arbeitet zehn Stunden am Tag: Er näht Jeans in einer syrischen Fabrik im Industriegebiet von Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Hamza arbeitet zehn Stunden am Tag: Er näht Jeans in einer syrischen Fabrik im Industriegebiet von Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Hamza näht Jeans in einer syrischen Fabrik im Industriegebiet von Gaziantep. Er würde gerne wieder in die Schule gehen, aber er sagt, er müsse seiner Familie Geld bringen.

Der zwölfjährige Hasan aus Aleppo, Syrien, frühstückt mit seiner Familie.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Der zwölfjährige Hasan aus Aleppo, Syrien, frühstückt mit seiner Familie. Um neun Uhr fängt er an zu arbeiten, um 13 Uhr hat er eine Stunde Pause. Um 18 Uhr beginnt sein Feierabend.

Syrische Kinder arbeiten in einer syrischen Textil-Werkstatt im Industriegebiet von Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Syrische Kinder bei der Arbeit. Sie schneiden und nähen Jeans für Kinder - für acht bis zwölf Stunden am Tag. Die meisten von ihnen stammen aus Aleppo in Syrien, wo sie zur Schule gingen, bevor sie ihr Land im Jahr 2012 verlassen mussten. 708.000 syrische Kinder, die zurzeit in der Türkei leben, sind schulpflichtig. Daten des türkischen Bildungsministeriums zufolge, können 212.000 dieser Kinder seit den Jahren 2014 und 2015 in der Türkei die Schule besuchen. Die Mehrheit der Kinder bleibt jedoch ungeschützt vor Ausbeutung und Diskriminierung.

Der syrische Besitzer einer Textil-Werkstatt in Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Der syrische Besitzer der Textil-Werkstatt in Gaziantep. Vor vier Jahren ist er aus Aleppo gekommen und hat angefangen, Jeans zu produzieren. Im Mai 2016 beschäftigt er sieben syrische Kinder. Er sei darüber glücklich, sagt er, denn ohne das Geld würden die Kinder und ihre Familien auf der Straße schlafen müssen. "Wenn sie in der Werkstatt arbeiten, können sie Geld verdienen und damit ihren Familien helfen."

Ein syrisches Kind bügelt Taschen auf eine Jeans in einem türkischen Betrieb.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Ein syrisches Kind bügelt Taschen auf eine Jeans in einem türkischen Betrieb. Für zehn Stunden Arbeit am Tag bekommt es 50 Euro in der Woche. Der größte Teil der Produktion dieser Firma wird im Industriegebiet von Istanbul gehandelt.

Syrische Kinder produzieren Jeans in einem türkischen Betrieb in Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Auch diese Kinder produzieren Jeans in einem türkischen Betrieb in Gaziantep. Bis zur syrischen Grenze sind es ungefähr 60 Kilometer.

Ein syrisches Mädchen in einer Textil-Werkstatt in Gaziantep.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Viele syrische Kinder können nicht in die türkische Schule gehen, weil sie die Sprache nicht beherrschen und es wenig Unterstützung für Nicht-Muttersprachler gibt. Zudem erleben Geflüchtete Diskriminierungen und haben es schwer, sich sozial zu integrieren - das entmutigt einige, sich überhaupt anzumelden.

Syrische Kinder zeigen ihre blaugefärbten Hände.

Foto: Valerio Muscella 2016/Redux/laif

Die Kinder zeigen ihre Hände. Sie arbeiten zehn Stunden am Tag.

Die wirtschaftliche Not der syrischen Familien in der Türkei ist die größte Barriere für die Bildung der Kinder. Syrische Geflüchtete können nur illegal im Land arbeiten und der Verdienst der Eltern reicht oft nicht aus. Kinderarbeit ist unter den syrischen Kindern in der Türkei deshalb weit verbreitet.

Die türkische Stadt Gaziantep liegt ungefähr 65 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Ungefähr 300.000 Syrer leben und arbeiten hier. Gaziantep ist bekannt für seine große Textilindustrie - und die beschäftigt die geflüchteten syrischen Kinder nun zu Tausenden für wenig Geld in den Fabriken. Die Fotos von Valerio Muscella entstanden im Mai 2016.

Im Januar 2016 hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch angefangen zu untersuchen, wieviele geflüchtete Kinder in der türkischen Textilindustrie arbeiten. Von 28 internationalen Marken haben bisher sechs Beweise dafür, dass Kinder in ihren Fabriken arbeiten. Sechs weitere haben keine Belege dafür gefunden. Die Antwort der anderen 18 Marken steht noch aus.

Klar ist jedenfalls: In den vergangenen vier Jahren hat sich die Textil-Produktion in Gaziantep um ein Drittel gesteigert. Landesweit macht die Textilproduktion sieben Prozent des Bruttosozialsproduktes aus - mit einem Exportwert von 15 Milliarden Euro. Die Europäische Union ist der größte Markt für diese Exporte - denn viele der großen europäischen Marken nutzen die türkische Textilindustrie.

Fotos: Valerio Muscella/ Übersetzung und Zusammenstellung: Lilith Becker und Sarika Feriduni