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"Vater, Sohn und der Krieg"

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"Vater, Sohn und der Krieg"
Kurgan Slavy bei Minsk in Weißrussland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

Kurgan Slavy bei Minsk in Weißrussland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Ich fand das auch sehr mutig von meinem Vater, an seinem Lebensabend mit dieser langen Reise noch einmal so ein Risiko einzugehen. Nicht nur körperlich und gesundheitlich, sondern auch mental und psychisch."
(Tom Licht)

Seenlandschaft im Nordwesten von Russland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Man darf so eine Aufarbeitung auch nicht nur auf das eigene Schicksal beschränken. Auf der Reise haben wir gemerkt, dass die Nachkriegsgeneration in Russland oder in der Ukraine genauso anfängt, erst jetzt vieles aufzuarbeiten. Das ist also nicht nur ein deutsches Phänomen, sondern ein allgemeines Kriegsphänomen dieser Generation."
(Tom Licht)

Russisches Kriegsdenkmal am Weg von Waukawysk nach Slonim

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Mein Vater meinte zum Schluss, wenn er nicht schon vorher Pazifist gewesen wäre, wäre er es spätestens nach der Reise geworden."
(Tom Licht)

Auf einer Lichtung in der Nähe von Ekaterinowka in Russland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Habe meiner Mutter gegenüber ein richtiges Trauma mit Schuldgefühlen, weil ich zu wenig weiß über bestimmte Dinge. Es ist schlimm, wenn man dann merkt, dass nichts mehr zu korrigieren ist."
(Wilfried Licht)

Auf einem Feldweg nach Ekaterinowka in Russland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Es ist ja nicht nur eine Geschichte über meinen Vater, es geht zum Teil auch um mich oder uns beide. Es geht zunächst um den Vater und wie ich ihn durch meine Kamera sehe. Damit bin ich auch schon Teil des Bildes.

Aber selbst tauche ich auch noch einmal auf einer anderen Ebene auf und werde selbst Protagonist der Geschichte. Die fotografische Umsetzung war dadurch auf jeden Fall eine Herausforderung."
(Tom Licht)

Russisches Kriegsdenkmal in Kirow, nördlich der Stadt Brjansk in Russland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Natürlich kamen auch schmerzhafte Erinnerungen und Gedanken während der Reise hoch, über die man viele Jahre nicht reden konnte oder wollte."
(Tom Licht)

Hotel in Kiew, Ukraine

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Auf der Mitte der Strecke gab es einen heftigen Streit. Früher bin ich in solchen Situationen weggerannt, aber diesmal konnte ich das nicht. Auch wenn ich das als 43-jähriger erwachsener Sohn vielleicht erst nicht wollte: Diesmal musste ich mich diesen Konflikten stellen."
(Tom Licht)

Hotel in Gomel, Weißrussland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Mein Vater hat sich auch verändert: Ich habe den Eindruck, er ist mit sich zufriedener. Wir haben seit der Reise sicherlich auch ein innigeres Verhältnis. Auch weil wir viel übereinander erfahren haben."
(Tom Licht)

Hotel in Minsk, Weißrussland

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Je weiter weg wir von Zuhause waren, desto näher sind wir uns gekommen"
(Tom Licht)

Im Krieg zerstörter Gutshof bei Serpuchow, 40 Kilometer südwestlich von Moskau

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

"Der Weg des Großvaters nach Osten war natürlich auch ein Weg der Zerstörung und Verwüstung eines Vernichtungskrieges. Mit diesem Gedanken, diesem Bewusstsein sind wir auch gereist. Auf unserer Strecke haben wir alles an Denkmälern, Museen und Kriegsorten besucht und auf uns wirken lassen. In diesem Sinne war es auch eine Geschichtsreise."
(Tom Licht)

"Vater, Sohn und der Krieg"

Foto: Tom Licht/Kehrer Verlag

Die Fotoserie "Vater, Sohn und der Krieg" war auf der Shortlist des Swiss Photo Award 2015. Der Bildband ist im Kehrer Verlag erhältlich: www.kehrerverlag.com

In vier Wochen 8000 Kilometer mit dem Auto Richtung Osten und wieder zurück: Auf ihrer ungewöhnlichen Reise folgten Tom Licht und sein Vater Wilfried den Spuren des Großvaters, der 1941 im Zweiten Weltkrieg kurz vor Moskau gefallen war.

Tom Licht im Interview über Familiengeschichte, die eigene Identität und die ungewöhnliche Reise nach Russland: "Je weiter weg wir von Zuhause waren, desto näher sind wir uns gekommen"