Natürliches Gleichgewicht

Natürliches Gleichgewicht

Auch wenn er uns „zurück zur Natur“ bringt – ein Garten ist per Definition ein „künstliches“, da von Menschenhand geschaffenes Gebilde. Ohne unser Zutun würde das Grundstück hinter unserem Haus ziemlich anders aussehen. Oder, wie es bei Wikipedia heißt: Ein Garten ist ein abgegrenztes Stück Land, in dem Pflanzen unter mehr oder minder intensiver Pflege mit Hilfe von Gartengeräten angebaut werden.

Das gilt auch für die Englischen Gärten (und Parks), die sich ja an der Natur als Vorbild orientieren. Und es gilt auch für das naturnahe Gärtnern, wie ich es betreibe. Wirklich wild geht es in meinem wildlife garden also nicht zu. Aber das Ziel ist, die Balance herzustellen. Teil dieses Konzepts ist es, dass ich versuche, so viele selbst ausgesäte Pflanzen wie möglich im Garten wachsen zu lassen und die übrige Gestaltung daran auszurichten. Denn: 1. spart das Geld, 2. zeigt die Tatsache, dass sich die Pflanzen von allein vermehren, dass sie sich an diesem Standort wohlfühlen und problemlos wachsen, und 3. sind die meisten dieser Pflanzen für die heimische Tierwelt von Nutzen.

Leider haben aber manche dieser durchaus willkommenen Blumen die Angewohnheit, sich entweder über alle Maßen oder an den falschen Stellen auszubreiten – also gern genau am Fuß der empfindlichen Rose, der dann das Wasser abgegraben würde, oder in der Mitte des Thymianbuschs, der dann keine Sonne mehr abbekommt.

Damit das nicht passiert, hier einige Tipps, wie Sie Ihre Interessen mit denen der Natur in Einklang bringen können – ganz im Sinne eines naturnahen, englischen Gartens.

  • Bevor die Samenkapseln von Fingerhüten, Mohn, Sonnenblumen, Borretsch oder Zierlauch aufplatzen und sich die Samen im wahrsten Sinne des Wortes in alle Winde verteilen, die Blütenstände abschneiden und trocknen lassen.
  • Die Samen über einem Stück ausgebreitetem Zeitungspapier ausschütteln.
  • Töpfe mit Saaterde vorbereiten und diese anfeuchten, dann die Samen darauf ausstreuen.
  • Samen sind oft winzig und federleicht, deswegen sollte mit ihnen nur bei Windstille und mit trockenen Händen gearbeitet werden.
  • Je frischer die Samen, umso größer die Keimwahrscheinlichkeit, also am besten gleich „weiterverarbeiten“. Außerdem: Je größer und kräftiger die Pflanzen vor dem Winter werden, umso besser.
  • Wenn Sie die Samen bis zum nächsten Jahr aufheben möchten, dunkel, kühl und trocken lagern.
  • Die Schösslinge den Winter über im Topf lassen und im nächsten Frühjahr dort ins Beet setzen, wo es Ihnen passt.

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