Schiffsprojekt zu Migration: 3.600 Kilometer für Geflüchtete

Mit 70 lebensgroßen Kupferfiguren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt an Bord ist am Freitag der Kutter "MS Anton" in den Bremer Europahafen eingelaufen. Die Gestalten sollen Aufmerksamkeit erregen und erinnern an Flüchtlinge aus Asien, Afrika, Südamerika und Europa. Die Ankunft ist der Beginn eines sozial-kulturellen Schiffsprojektes zu Flucht und Migration. Bis zum nationalen Flüchtlingstag am 30. September wollen die Organisatoren der Stiftung "Outlaw" mit der "MS Anton" und einem zweiten Schiff auf die Situation Flüchtender vor, während und nach der Flucht aufmerksam machen.

Dazu soll es auf einer mehr als 3.600 Kilometer langen Route entlang der Nordseeküste sowie auf Flüssen und Kanälen quer durch Deutschland Aktionen und Infotage geben. Endpunkt der über zwei Jahre vorbereiteten Aktion unter dem Motto "Mit Sicherheit gut ankommen" ist Berlin. "Wir werden dabei von 120 Organisationen, Initiativen und Verbänden unterstützt", sagte beim Auftakt in Bremen Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand der "Outlaw"-Stiftung.

Den ersten Teil der 65-tägigen Reise übernimmt die hochseetaugliche  "MS Anton", ein Schiff der dänischen Vereinigung "Levende Hav". Dessen Vertreter Ib Nar Dahl sagte, die Initiatoren und das Schiff wollten Raum und Zeit zum Nachdenken und zum Dialog geben. Nach dem Aufenthalt in Bremen fährt es entlang der deutschen Nordseeküste mit Stationen auf Norderney und Borkum sowie in Emden, Weener und Papenburg.

Dort wird der Kutter am 16. August abgelöst von der "Al-hadj Djumaa", einem Schiff, das im Sommer 2013 mit fast 300 Flüchtlingen aus Eritrea und Äthiopien vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache aufgegriffen wurde. Jetzt wird es von der gemeinnützigen Vereinigung "Rederij Lampedusa" aus Amsterdam betrieben. Vom emsländischen Papenburg aus geht es dann im Binnenland über Flüsse und Kanäle zunächst ins Ruhrgebiet und dann über Niedersachsen und Stationen im Osten nach Berlin.