"projekt Anna": Für die Kinder in Kaliningrad

"projekt Anna": Für die Kinder in Kaliningrad
Am 5. Dezember ist Internationaler Tag des Ehrenamtes, auch in Deutschland. Unter anderem wird an dem Tag auch das Bundesverdienstkreuz verliehen. Zum Tag des Ehrenamtes stellt evangelisch.de fünf Initiativen und Vereine vor - stellvertretend für die vielen tausend jungen und alten Menschen, die sich in Deutschland in ihrer Freizeit freiwillig engagieren. Heute: "projekt Anna" unterstützt Kinder in Kaliningrad.
30.11.2009
Von Bettina Scriba

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"Es ist eine absolute Bereicherung unseres Lebens geworden. Es ist auch ein Stück Dank dafür, dass wir die Anna adoptieren konnten", beschreibt Juliane Staltmaier die Leidenschaft für ihren Verein. Mit Anna fing alles an. 2003 adoptierten Juliane und ihr Mann Wolfgang Staltmaier das vierjährige Mädchen aus Kaliningrad und ermöglichten ihm einen Neuanfang in München. Das Gefühl, zwar einem Kind helfen zu können, doch zugleich viele andere im Heim zurücklassen zu müssen, bewog sie dazu, im Juli 2004 einen Verein zu gründen. "projekt Anna - Kinderhilfe Kaliningrad e.V." war geboren.

Der Verein bemüht sich um bessere Lebensbedingungen in den Kinderheimen in und um Kaliningrad und unterstützt Jugendliche in der Ausbildung. Mit Anna Netrebko konnte 2008 eine sehr berühmte und beliebte Schirmherrin gewonnen werden, die das "projekt Anna" bereits seit 2005 unterstützt hatte. Ende 2006 erhielt der Verein das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (dzi).

"Eine tiefe Befriedigung, für andere etwas zu erreichen"

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Heute arbeitet die 55-jährige Juliane Staltmaier etliche Stunden pro Woche ehrenamtlich für ihren Verein. Anders sieht es aus, wenn – wie im Sommer bereits zum zweiten Mal – 50 Kinder aus Kaliningrad zum Kinderzirkusfestival LILALU nach München kommen. "Da lebe ich eine Woche auf dem Gelände und komme nur zum Schlafen nach Hause."

"Es ist eine tiefe Befriedigung, dass man für andere etwas erreichen kann, wenn man sich engagiert", sagt Staltmaier. Der Verein konnte 2008 fast 100.000 Euro sammeln und in verschiedene Projekte investieren. Ihre Tatkraft verdankt die 55-jährige auch ihrem Vater, der Pfarrer an der Münchner Auferstehungskirche war. "Ich habe viel vom kirchlichem Leben und seinem Engagement mitbekommen, und ich denke das hat auf mich abgefärbt."


 

Bettina Scriba ist freie Journalistin aus München und schreibt für evangelisch.de diese fünfteilige Serie zum Thema Ehrenamt.