Weihnachtsmarkt - seit 1300 ein deutscher Exportschlager

Weihnachtsmarkt - seit 1300 ein deutscher Exportschlager
Jeden Tag erklären wir in der Adventszeit einen Begriff rund um die besinnlichen Tage.Heute geht es um die Entstehung und die Geschichte der Weihnachtsmärkte.
27.11.2009
Von Georg Klein

Die ersten Weihnachtsmärkte im deutschen Sprachraum sind bereits um 1300 nachweisbar, hatten allerdings noch eine andere Bedeutung als heute. Sie dienten vor allem dazu, sich vor dem kältesten Teil des Winters noch einmal mit wichtigen Gütern, wie warmer Kleidung oder Nahrungsmitteln einzudecken. Früh wurde aber schon auf die Verpflegung vor Ort besonderer Wert gelegt, insbesondere auf warme Getränke und Speisen.

Lebzeltermärkte

Ungefähr zur selben Zeit verbreitete sich in den großen Städten, entlang der Haupthandelsrouten, das “Lebzelterhandwerk“, weil hier die teuren und seltenen Gewürze für die begehrten Pfeffer und Lebkuchen vorhanden waren. Traditionelle Weihnachtsmärkte trugen deswegen in ihren Anfangszeiten oft den Namen Lebzeltermarkt, wie es zum Beispiel in Augsburg der Fall war. Noch allerdings handelte es sich nur um relativ kurze Veranstaltungen, zumeist an den Adventwochenenden, oder einige Tage vor dem Heiligen Abend.

Das änderte sich erst mit der Reformation, als Luther, um der katholischen Heiligenverehrung zu St. Nikolaus zu begegnen, das Christkind mitsamt Geschenken einführte. Vorher erhielten Kinder am Nikolaustag oder zu St. Martin ihre Geschenke, nun verlängerte sich die Zeit bis zur Bescherung, da der neue Brauch überall schnell angenommen wurde. Nach 1600 verbreitete sich, wieder entlang der großen Handelsrouten aus Italien kommend, der Brauch der Weihnachtskrippen, meist mit lebensgroßen Figuren.

Moderne Zeiten

So näherten sich die Weihnachtsmärkte langsam dem uns heute bekannten Bild an, wobei Kerzen und Lichter in der dunklen Jahreszeit schon immer eine große Rolle spielten. Inzwischen wird die, eigentlich auf den deutschen Sprachraum beschränkte Idee der Weihnachtsmärkte zum Exportschlager: Sogenannte “Deutsche Weihnachtsmärkte“ werden mit großem Erfolg in Birmingham, Manchester oder in New York abgehalten.Länder und Städte in denen Weihnachtsmärkte wie bei uns bis dahin nicht bekannt waren. Allerdings muss man in New York, aufgrund der Gesetze betreffend Alkohol in der Öffentlichkeit, auf Glühwein und Co. verzichten.

Das Weihnachts-ABC im Überblick findet Ihr auf der rechten Seite.