Flüchtlingen einen Trauerort geben

Flüchtlingen einen Trauerort geben
Die Initiative für den Trauerort, ein in Europa einmaliges Projekt, kommt vom Psychosozialen Zentrum (PSZ) Düsseldorf, einer Beratungs- und Therapieeinrichtung für traumatisierte Flüchtlinge.

„Flüchtlinge verlieren - mehr als wir - Menschen durch Tod, oft durch gewaltsamen Tod“, berichtet die PSZ-Leiterin Annette Windgasse. Und für die Getöteten gebe es nicht einmal ein Grab oder jedenfalls keines, das die Flüchtlinge besuchen können.

Deshalb die Idee für den Trauerort, ein Projekt, das eine Gruppe um den Düsseldorfer Künstler Tilmann Krämer entwickelt hat und das nur mit Hilfe von Spenden entstehen kann. Das Budget: rund 40.000 Euro. Angedockt an die evangelische Berger Kirche – und doch neutral: Damit Flüchtlinge aus verschiedenen Kulturen und Weltreligionen den „Trauerort“ nutzen können, soll er religiös nicht festgelegt sein, so Krämer.

Außerdem soll er „den schwierigen Prozess der Trauerarbeit unterstützen“, eine „kommunikative Mitte“ haben und eine „Handlungsfläche“ für Rituale bieten, sagt Krämer. Denkbare Rituale seien das Verbrennen eines Briefes, das Entzünden einer Kerze oder eines Räucherstäbchens, ein Gebet, Weinen, sagt Annette Windgasse.

Wie auf einem anderen Planeten: Annette Windgasse über den "Trauerort"

Nun sind 28 Entwürfe in der Berger Kirche zu sehen. Richtung Jahresende wird eine Jury, zu der unter anderem Kirchenvertreter gehören, die Entscheidung fällen. Genug Spenden vorausgesetzt, könnte der „Trauerort“ dann bis Mitte/Ende des nächsten Jahres fertig sein.

Die Präsentation in der Berger Kirche, Berger Straße, Düsseldorf, ist bis 17. November täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen: www.wiki.psz-duesseldorf.de/trauerort

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