Sudanesin Ibrahim wegen angeblicher Passfälschung in Haft

Sudanesin Ibrahim wegen angeblicher Passfälschung in Haft
Die sudanesische Christin, die zunächst zum Tode verurteil wurde, nach weltweiten Protesten am Montag aber frei kam, sitzt nun wieder in Haft. Angeblich habe sie versucht, das Land mit gefälschten Dokumenten zu verlassen.

Auch nach der Aufhebung des Todesurteils ist die sudanesische Christin Mariam Jahia Ibrahim Ishak am Mittwoch weiter auf einer Polizeistation in Khartum festgehalten worden. Sicherheitskräfte hatten die junge Mutter am Dienstag auf dem Flughafen der sudanesischen Hauptstadt festgenommen, weil sie angeblich gefälschte Reisedokumente bei sich trug, wie ihr Anwalt dem britischen Rundfunksender BBC sagte. Die südsudanesische Botschaft in Khartum, die die Dokumente ausgestellt hat, bestätigte dagegen die Echtheit Ausweise. Ihr Fall hatte weltweit Proteste ausgelöst.

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Die junge Frau war Mitte Mai wegen Abfalls vom islamischen Glauben zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hob das Urteil am Montag auf und ordnete ihre sofortige Freilassung an. Die junge Frau hatte stets betont, von ihrer aus Äthiopien stammenden Mutter als Christin erzogen worden zu sein. Ihr Vater war Muslim, hat die Familie aber verlassen. Weil ihre Heirat mit dem südsudanesischen Christen Daniel Wani nach Scharia-Recht ungültig ist, war sie zudem wegen Unzucht zudem zu 100 Peitschenhieben verurteilt worden.

Kurz nach der Freilassung waren die Mutter, ihr Mann und ihre beiden Kleinkinder am Flughafen von gut 40 Sicherheitsbeamten umringt und festgenommen worden. Wani, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, und die Kinder kamen am Mittwoch wieder frei. Die Familie wollte offenbar in die USA.

Weltweit hatte der Fall für Empörung gesorgt, auch weil Ibrahim ihre Tochter in Ketten liegend im Gefängnis zur Welt bringen musste. Ihr Verteidiger hatte sich im Berufungsverfahren auf die sudanesische Verfassung gestützt, die Religionsfreiheit garantiert. Seit dem Putsch durch Omar al-Baschir vor 25 Jahren gilt der Sudan formal als islamischer Staat. Das Land wird diktatorisch regiert.

Al-Baschir wird wegen Völkermord in Darfur vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht. Innerhalb der sudanesischen Führung gibt es seit Monaten Machtkämpfe um die schwindenden Ressourcen im Land. Es ist möglich, dass Ibrahim das Opfer eines Streits zwischen Fundamentalisten und Reformern wurde.