Verbandschef vermisst in Kirchen Verständnis für Marktwirtschaft

Verbandschef vermisst in Kirchen Verständnis für Marktwirtschaft
Der Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer, Peter Barrenstein, hat der evangelischen und der katholischen Kirche Mangel an marktwirtschaftlichem Denken vorgeworfen.

In beiden Kirchen gebe es zu wenig Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und die Leistungsfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft, sagte Barrenstein der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Für Mittwoch haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz zu einer Kongress über das neue ökumenische Sozialpapier eingeladen.

Zwar bemühten sich viele leitende Geistliche darum, differenzierte Sichtweisen durchzusetzen, sagte Barrenstein. In vielen Gremien der evangelischen Kirche und auch bei vielen Pfarrern gebe es allerdings sehr oft die Neigung, "den Wohlstand und das einzigartige soziale Sicherungsniveau in Deutschland gering zu schätzen".

Angesichts der Skepsis in der Gesellschaft gegen die Marktwirtschaft und der Neigung zur Überregulierung wäre es Aufgabe der evangelischen Kirche, "diese Tendenz nicht noch zu befördern mit vorbehaltloser Unterstützung des Mindestlohns oder mit pauschalen 'Gier'-Vorwürfen in der Diskussion über Managergehälter", sagte der Vorsitzende der evangelischen Unternehmer. Stattdessen erfordere reformatorisches Denken ein klares Bekenntnis auch zur unternehmerischen Freiheit, "zu einer liberalen Ordnungspolitik, die wirtschaftlicher Betätigung Regeln gibt, aber nicht ständig neue Vorschriften macht". Barrenstein ergänzte: "Protestantische Wirtschaftsethik kann nicht funktionieren, wenn sie Unternehmer und das ganze System der Marktwirtschaft unter Verdacht stellt."

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