"Zwölf Stämme"-Familien nach Österreich ausgereist

"Zwölf Stämme"-Familien nach Österreich ausgereist
Mehrere Eltern und Kinder der umstrittenen Sekte "Zwölf Stämme" haben offenbar Deutschland verlassen.

Bereits Ende April seien fünf Jugendliche mit einem Elternteil oder beiden Eltern nach Österreich abgemeldet worden, teilte das Landratsamt Donau-Ries am Mittwoch in Donauwörth mit. Die Jugendlichen waren im September vergangenen Jahres gemeinsam mit 35 weiteren Minderjährigen bei einem großangelegten Polizeieinsatz aus den Familien geholt und vorübergehend in Pflegeeinrichtungen untergebracht worden. Hintergrund sind Gewaltvorwürfe gegen die Eltern. Sie sollen ihre Kinder aus religiösen Gründen "gezüchtigt" haben.

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Ein Gericht sprach den Eltern zweier Jugendlicher daraufhin wieder das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu, wie es hieß. In zwei weiteren Fällen wurde der Sorgerechtsentzug unter der Auflage aufgehoben, dass der Schulbesuch nachgewiesen werden muss. Bei dem fünften Jugendlichen erhielten die Eltern das komplette Sorgerecht ohne Bedingungen zurück. Die Sektenmitglieder leben in Klosterzimmern bei Donauwörth sowie in Wörnitz im Kreis Ansbach. Misshandlungsvorwürfe gegen die "Zwölf Stämme" gibt es schon länger. Die Sekte wurde in den 70er Jahren in den USA gegründet. Die Zahl der Mitglieder wird auf weltweit 2.000 geschätzt.