Festival zum Jahrestag des Kölner Nagelbombenattentats

Drei Tage lang sollen Veranstaltungen an den rechtsextremen Anschlag erinnern. Als Gäste werden unter anderem Udo Lindenberg, Peter Maffay und Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Zehn Jahre nach dem Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße feiern Musiker, Künstler und Anwohner ein Kulturfest. Das Bündnis "Birlikte - Zusammenstehen" lädt von Samstag bis Pfingstmontag zu Konzerten, Theater sowie einem Begegnungsfest auf der Keupstraße ein, wie die Veranstalter am Montag in Köln ankündigten.

Am 7. Juni ist im Schauspielhaus, das seine Interimsbühne in der Nähe der Keupstraße hat, das Stück "Die Lücke - Ein Stück Keupstraße" zu sehen. Das Projekt von Nuran David Calis über das Leben in der Straße entstand in Zusammenarbeit mit Anwohnern. Am 8. Juni findet ein ganztägiges Kulturfest auf der gesamten Straße mit "offenen Läden, offenen Hinterhöfen" statt. Privatleute und Anschlagsopfer öffnen ihre Türen, um Besucher willkommen zu heißen. Auf Bühnen finden Konzerte statt.

Am 9. Juni lädt der Integrationsausschuss des NRW-Landtags zu einer Tagung ein. Zu einer Podiumsdiskussion werden unter anderem der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung und der NSU-Opfer-Anwalt Mehmet Daimagüler erwartet. Den Abschluss bildet eine große Kundgebung, die Bundespräsident Joachim Gauck eröffnen soll, mit Beiträgen von Musikern wie Udo Lindenberg, Peter Maffay, Niedeckens BAP und Bläck Fööss. "Kölns Keupstraße hat Symbolcharakter für die ganze Bundesrepublik", sagte Lindenberg.

Bei der Explosion einer Nagelbombe am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße wurden 22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Als Urheber der Tat wird die rechtsextreme Zelle Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) vermutet.
 

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