Deutscher Pfarrer in Kiew durch Gummigeschoss verletzt

Deutscher Pfarrer in Kiew durch Gummigeschoss verletzt
Bei der Gewalteskalation in Kiew ist auch der deutsche lutherische Pfarrer Ralf Haska verletzt worden. Er wurde von einem Gummigeschoss an der Hand getroffen.

Scharfschützen der Polizei hätten am Dienstag von den umliegenden Dächern des Maidan auf Demonstranten geschossen, berichtete Haska in einem Gespräch mit "Spiegel Online". "Ich glaube, die haben gezielt auf meine Kamera geschossen, weil sie Aufnahmen verhindern wollten." Ernsthaft verletzt wurde Haska allerdings nicht. Die Hand sei geschwollen, "aber nichts Schlimmes".

Bei der Gewaltwelle in der ukrainischen Hauptstadt sind seit Dienstagnachmittag mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1.000 wurden verletzt. Nach Angaben von Haska hat die Polizei die Gewalt gezielt provoziert. Das Verhalten der Sicherheitskräfte habe die Menschen "erst richtig wütend gemacht".

In der evangelischen Kirche Sankt Katharina im Kiewer Stadtzentrum, nur wenige hundert Meter vom Maidan entfernt, werden nach den Worten des Geistlichen schon seit Beginn der Unruhen im Dezember Kranke und Verletzte gepflegt. Viele Menschen hätten sich bei den Demonstrationen im Frost Lungenentzündungen eingefangen. "Jetzt haben wir aber auch viele Verletze, Menschen mit Kopfverletzungen von Knüppelschlägen."