Göring-Eckardt: Kirche muss sich einmischen

Kathrin Göring-Eckardt auf der EKD-Synode in Hannover

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Göring-Eckardt: Kirche muss sich einmischen
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hält die Stimme der Kirchen in Politik und Gesellschaft für unverzichtbar. "Kirche soll sich einmischen", sagte die frühere EKD-Synodenpräses in Bielefeld.

Das gelte bei den Themen Friedensethik, Gerechtigkeit und Solidarität, so Göring-Eckardt. Ebenso seien die Kirchen bei ethischen Fragen am Anfang und Ende des Lebens gefragt. Bei Gesetzgebungsprozessen zu diesem Thema verfolgten Abgeordnete im Bundestag die Stellungnahmen der Kirchen aufmerksam: "Hier wird Kirche Orientierungskraft zugetraut."

Die Kirchen müssten sich jedoch wehren, wenn sie "auf spirituellen Beistand in Krisensituationen" beschränkt würden oder als "Ausfallbürgin staatlichen Engagements im sozialen Bereich" einspringen sollten, so die Grünen-Politikerin im Eröffnungsvortrag zum Themenjahr "Reformation und Politik" in der westfälischen Kirche. Die Kirchen müssten politisch sein, dürften aber nicht Politik machen: "Politisch sein für Kirche geschieht aus dem Evangelium heraus und nicht aus dem Parteiprogramm."

Die Kirchen müssten leidenschaftlich ihre Stimme erheben gegen alle Versuche, die den Menschen reduzieren wollten auf seine Arbeitskraft und sein Konsumverhalten. Dabei sei auch Mut zu unbequemen Wahrheiten gefragt. "Kirche muss dem Zeitgeist immer wieder widersprechen - wo es notwendig ist", mahnte Göring-Eckardt.

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