Berlins Integrationsbeauftragte beklagt Diskriminierung von Sinti und Roma

Berlins Integrationsbeauftragte beklagt Diskriminierung von Sinti und Roma
Monika Lüke fordert mehr Akzeptanz gegenüber der größten Neueinwanderergruppe in der Hauptstadt. Bei Sinti und Roma handele es sich um Migranten, denen wenig Empathie entgegengebracht werde.
06.01.2014
Christine Xuân Müller
epd

Diese Menschen würden seit Jahrhunderten von allen diskriminiert, daran habe sich bis heute nicht viel verändert, sagte Lüke dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie zog zugleich ein positives Fazit des im Sommer 2013 vom Berliner Senat verabschiedeten "Aktionsplans zur Einbeziehung von Sinti und Roma".

Hauptgrund für die verbreitete Ablehnung gegenüber Sinti und Roma sei offenbar die fehlende Akzeptanz für ihren Lebensstil, sagte Lüke. Hinzu komme, dass viele dieser Menschen sehr arm seien. "In ihren Heimatdörfern haben sie häufig nicht die Möglichkeit, eine gute Schul- und berufliche Ausbildung zu durchlaufen", sagte die Integrationsbeauftragte.

Berlin unterrichtet 2000 Kinder in Willkommensklassen

Lüke verwies darauf, dass der im Sommer 2013 verabschiedete Berliner Aktionsplan zur Einbeziehung von Sinti und Roma bundesweit bislang einmalig sei. Das Land Berlin sei dafür auch von der EU-Kommission gelobt worden. "Der Aktionsplan verankert, dass sich Berlin um die größte Gruppe der Neueinwanderer kümmert", betonte Lüke.

Mit dem insgesamt 20 Maßnahmen umfassenden Plan soll unter anderem die soziale und gesundheitliche Lage der ausländischen Roma und ihrer Familien in Berlin verbessert werden. Ein wichtiges Ziel ist, dass alle Kinder der Einwandergruppe zur Schule gehen. Dafür werden bereits seit 2010 zusätzlich Sozialarbeiter und Sprachmittler eingesetzt, um direkten Kontakt mit den Zuwanderern aufnehmen zu können.

Lüke zufolge werden mittlerweile mehr als 2.000 neu aus dem Ausland nach Berlin gekommene Kinder an Berliner Schulen in sogenannten Willkommensklassen unterrichtet und auf die Integration in das Regelschulsystem vorbereitet. Die größte Gruppe dürften schulpflichtige Kinder von Sinti und Roma sein. Genaue Zahlen gebe es aber nicht, da in Deutschland aus historischen Gründen die Statistiken nicht nach ethnischer Herkunft unterscheiden, sagte Lüke.

Eines der "brennendsten Probleme" für Sinti und Roma in Berlin bleibe allerdings, eine "menschenwürdige Wohnraumsituation" zu finden. Auch auf dem Wohnungsmarkt würden die Menschen diskriminiert und ausgenutzt.
 

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