Femen-Protest: Erzbistum Köln prüft Anzeige der Journalisten

Vorfall im Kölner Dom

Foto: dpa/Elke Lehrenkrauss

Femen-Protest: Erzbistum Köln prüft Anzeige der Journalisten
Nach der Protestaktion einer Femen-Aktivistin im Weihnachtsgottesdienst im Kölner Dom prüft das Erzbistum Köln rechtliche Schritte gegen die anwesenden Journalisten.

Das Bistum halte sich offen, Anzeige zu erstatten, sagte Dompropst Norbert Feldhoff dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Köln. "Da ist aber noch nichts entschieden."

Gegen die Femen-Aktivistin Josephine Witt wurde bereits Anzeige wegen Störung der Religionsausübung erstattet. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, ein Fotograf der Kölner Boulevard-Zeitung "Express" und ein Kameramann der Paparazzi-Firma "Hans Paul Media" seien möglicherweise zuvor über den Nackt-Protest informiert worden. Ihnen könnte ein Verfahren wegen Beihilfe drohen.

Die Femen-Aktivistin Josephine Witt war am ersten Weihnachtstag, dem 80. Geburtstag Meisners, im Gottesdienst im Kölner Dom auf den Altar geklettert und hatte ihre Brüste entblößt. Auf ihren Oberkörper hatte sie den Satz "I am God" (Ich bin Gott) gemalt. Die Journalisten vom "Express" und "Hans Paul Media" waren während des Gottesdienstes im Dom und machten Fotos und Videos von der Protestaktion.

Die Chefredaktion des "Express" äußerte sich gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" nicht näher zu den Vorwürfen. Der Paparazzo Hans Paul sagte der Zeitung, seine Agentur sei aus dem Umfeld von Josephine Witt im Vorfeld informiert worden.

Femen ist eine ursprünglich in Kiew gegründete Gruppe feministischer Aktivistinnen. Ihr Markenzeichen sind Oben-ohne-Aktionen, bei denen die Frauen ihre nackten Oberkörper mit Parolen bemalen.

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