Kirchentags-Generalsekretärin: Reformationsjubiläum nicht als "Luther-Festspiele" begehen

Kirchentags-Generalsekretärin: Reformationsjubiläum nicht als "Luther-Festspiele" begehen
Der Deutsche Evangelische Kirchentag will zum Reformationsjubiläum 2017 ein ökumenisch und interkulturell offenes Ereignis. Neben der Weltausstellung der Reformation und einem Jugendcamp sei ein großer Festgottesdienst in Wittenberg geplant, sagte Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär in einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Gottesdienst auf den Elbwiesen sei Bestandteil des Kirchentages 2017, der voraussichtlich in Berlin und Wittenberg stattfinden wird.
23.12.2013
Rainer Clos und Barbara Schneider
epd

Unter Federführung des Kirchentages steht Ueberschär zufolge auch der "Kirchentag auf dem Weg", der in sechs mitteldeutschen Städten für Teilnehmer am Großgottesdienst in Wittenberg angeboten wird. Die Bündelung der Kräfte von Evangelischer Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchentag in der Vorbereitung des Reformationsjubiläums habe einen "großen Charme", ergänzte die Theologin.

Ueberschär ergänzte: Der Rat der EKD wolle die Kirchentagsstrukturen nutzen, um einen Teil der Jubiläumsveranstaltungen vorzubereiten. In die Kooperation bringe der Kirchentag wiederum den Gedanken der Partizipation ein, der das Besondere der Kirchentagsbewegung ausmache. Ein im Mai gebildeter Leitungskreis aus Vertretern der EKD und des Kirchentages steuert die Vorbereitung der gemeinsamen Veranstaltungen.

Ueberschär: Froh über Wahl von Christina Aus

Ziel sei es, 2017 nicht als Luther-Festspiele zu begehen, sagte Ueberschär. Deshalb sei man sehr glücklich über die Wahl von Christina Aus der Au zur Kirchentagspräsidentin 2017. Die reformierte Theologin aus der Schweiz werde andere Strömungen der Reformation mit einbringen.

Der Kirchentag 2015 in Stuttgart wird Ueberschär zufolge eng mit dem Themenjahr "Bild und Bibel" der Lutherdekade verbunden sein. In der Region lebten mehr Menschen als andernorts, die ein großes Verständnis biblischer Texte haben. "Zugleich soll Stuttgart aber auch ein politischer Kirchentag werden", ergänzte die Generalsekretärin. Die Themen für das Christentreffen im übernächsten Jahr werden im März gesetzt.

Ueberschär erwartet, dass auch auf dem Stuttgarter Kirchentag Themen wie Globalisierung und wirtschaftliche Zusammenhänge eine wichtige Rolle spielen. Mit Andreas Barner von Boehringer Ingelheim stehe ein sensibler Unternehmer an der Spitze des Kirchentages, der sich der Spannung zwischen Wirtschaftskritik und Wirtschaftsdialog bewusst sei. "In Stuttgart bietet sich die Chance, weitere Türen zu Unternehmensführungen zu öffnen", hofft die Theologin.
 

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