Menschenrechtler kritisieren Diskriminierung von Roma in Serbien

Menschenrechtler kritisieren Diskriminierung von Roma in Serbien
Eine internationale Gruppe von Juristen, Medizinern und Journalisten prangert eine systematische Diskriminierung von Roma in Serbien an.

Darunter litten auch Flüchtlinge, die Deutschland abgeschoben habe, berichtete am Dienstagabend Rechtsanwalt Jan Sürig in Bremen. Er gehört zu einer knapp 20-köpfigen Gruppe mit Menschenrechtlern aus Deutschland, Belgien und Luxemburg, die vor wenigen Monaten in Serbien war, um sich dort über die Situation abgeschobener Roma zu informieren.

Abgeschobene Roma bekämen meist keine Wohnung, keine Arbeit und selten Sozialhilfe, beschrieb der Bremer Sürig die Situation der Betroffenen. Ohne angemessene Kleidung lebten Kinder mit ihren Familien oft in Slums mit Baracken aus Sperrmüll, die sie sich selbst zimmern müssten. Die hygienische Situation sei vielerorts katastrophal. Die Slums seien ohne Wasserversorgung, ohne Kanalisation und ohne reguläre Stromversorgung.

Nach Angaben der Recherchegruppe sind Roma in Serbien in besonderem Maße rassistischer und rechtsextremer Gewalt ausgesetzt. Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl kritisiert in diesem Zusammenhang, dass von staatlicher Seite dagegen nur unzureichend vorgegangen wird. Nicht nur bei der Zwangsräumung von Romasiedlungen sei der serbische Staat selbst Urheber von Menschenrechtsverletzungen.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Bundesregierung rund 1.400 Flüchtlinge nach Serbien abgeschoben.

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