Malteser Hilfsdienst kritisiert Bürokratie nach Juni-Hochwasser

Malteser Hilfsdienst kritisiert Bürokratie nach Juni-Hochwasser
Der Malteser Hilfsdienst hat die bürokratischen Verfahren für Zuschüsse an die Opfer des Juni-Hochwassers an Elbe und Donau kritisiert. Die Versprechungen der Bundesregierung und der zuständigen Ministerpräsidenten einer schnellen und unkomplizierten Hilfe seien noch immer nicht erfüllt, sagte der Vizepräsident der Malteser, Edmund Baur, am Donnerstag in Magdeburg. Dort stellte die katholische Hilfsorganisation eine Zwischenbilanz der Flutopfer-Unterstützung in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Bayern vor.

Notwendig sei unter anderem eine Vereinheitlichung der Fördersummen in allen Ländern auf 80 Prozent aller Schäden ohne Obergrenzen, forderte Baur. Zudem müssten die Antragsverfahren von bürokratischem Ballast befreit und deutlich beschleunigt werden. Die Opfer seien häufig nicht dazu in der Lage, die bürokratischen Prozesse allein zu bewältigen. "Menschen, die auch sonst nicht auf der Sonnenseite stehen, sind am stärksten betroffen."

Die Malteser beklagten Unterschiede bei den Förderrichtlinien der Länder. So müssten etwa Opfer in Thüringen mit 70 Prozent in Vorleistung gehen, in Sachsen-Anhalt seien es nur 20 Prozent. Dieser Anteil bezieht sich je nach Vergabepraxis auf die Schadenssumme oder den in Aussicht stehenden Förderbetrag.

Dem Malteser Hilfsdienst stehen 10,7 Millionen Euro aus Spendenmitteln für die Opfer zur Verfügung. Davon sind bislang 5,8 Millionen Euro für mehr als 22.000 betroffene Menschen in Privathaushalten oder sozialen Einrichtungen in den vier Ländern ausgegeben worden oder bereits verplant.

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