Oberstes Gericht Ecuadors verurteilt Chevron zu Milliardenstrafe

Ecuadorians gather outside courthouse during Chevron case

Foto: dpa/Justin Lane

Mit ölverschmierten Händen demonstrierten Ecuadorianer im Oktober in New York gegen die vom US-Konzern Chevron verursachte Verseuchung in ihrem Heimatland.

Oberstes Gericht Ecuadors verurteilt Chevron zu Milliardenstrafe
Der Oberste Gerichtshof Ecuadors hat eine Milliardenstrafe gegen den Öl-Konzern Chevron wegen Umweltverbrechen bestätigt. Das US-Unternehmen soll 9,5 Milliarden US-Dollar zahlen, weil es für Öl-Verseuchungen im Amazonasgebiet verantwortlich sei, berichtete die Zeitung "El Universo" am Mittwoch.

Eine Vorinstanz hatte Chevron im Jahr 2011 zu einer Zahlung in Höhe von 19 Milliarden US-Dollar verurteilt. Das Urteil der obersten Richter folgt der Argumentation der Vorinstanz, senkte aber das Strafmaß.

Der Richterspruch macht Chevron für folgenreiche Schäden durch die Öl-Förderung in ecuadorianischen Urwald in den Jahren 1964 bis 1992 durch die Öl-Firma Texaco verantwortlich. Das Gebiet ist bis heute durch giftige Flüssigkeiten und Öl-Rückstände verseucht. Chevron hatte Texaco im Jahr 2001 gekauft und ist rechtlich für dessen Aktivitäten verantwortlich.

Zu Beginn der 90er Jahre hatten sich Tausende Bewohner der Provinz Sucumbios im Nordosten Ecuadors zusammengeschlossen, um eine Entschädigung zu erstreiten. Bis heute weist Chevron die Verantwortung für die Umweltschäden zurück. Stattdessen versucht der Konzern, vor dem Ständigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag sowie vor einem US-Bundesgericht in New York seine Unschuld feststellen zu lassen. Laut Chevron beruhen die Urteile der ecuadorianischen Gerichte auf Falschaussagen und einem "Betrug" seitens der Anwälte der Bewohnervereinigung.

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