Nach Kunstfund: Jüdischer Weltkongress kritisiert deutsche Behörden

Staatsanwaltschaft Augsburg zu spektakulärem Kunstfund

Foto: dpa/Marc Müller

Nach Kunstfund: Jüdischer Weltkongress kritisiert deutsche Behörden
Nach dem spektakulären Münchner Kunstfund übt der Jüdische Weltkongress scharfe Kritik an den deutschen Behörden. "Es ist wertvolle Zeit vergeudet worden", schreibt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, in einem Gastbeitrag für die "Welt" (Montagsausgabe).

Der Präsident mahnte zur Eile bei der Aufklärung. "Weder die möglichen Anspruchsberechtigten noch etwaige Zeugen im Rückgabeverfahren werden jünger."

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass bereits 2012 in der Wohnung des Sohnes des in den 50er-Jahren verstorbenen Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt rund 1.400 Kunstwerke beschlagnahmt wurden. Darunter sind Meisterwerke von Picasso, Matisse, Chagall oder Otto Dix.

Lauder forderte die Bundesregierung auf, den gesamten Fundus ins Internet zu stellen. "Die deutsche Regierung muss diese Bilder sichtbar machen." Wenn nichts geschehe werde der Kongress, den Druck erhöhen. Es gehe nicht um eine moralische Frage, sondern um Recht und Unrecht. "Eigentum wurde gestohlen. Und das muss an die rechtmäßigen Eigentümer zurück", fügte Lauder hinzu. Es möge keine böse Absicht der Staatsanwaltschaft vorliegen, aber in der Konsequenz heiße das: "Unrecht wird nicht beseitigt, sondern fortgeführt, solange keine Klarheit über die Eigentümer geschaffen wird."

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