Werbeindustrie fordert mehr Product Placement in ARD & ZDF

Werbeindustrie fordert mehr Product Placement in ARD & ZDF
Der Markt für Product Placement in Filmen werde in Deutschland "künstlich verknappt", sagt der Verband für Product Placement. Die Werber möchten gern mehr Produkte in Kino- und Fernsehfilmen unterbringen. Da die meisten geeigneten Produktionen mithilfe der öffentlich-rechtlichen Sender enstehen, sollten die den Produzenten "freie Hand" lassen. Fordern jedenfalls die Werber.

Der Verband für Product Placement hat die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender scharf kritisiert. Das Angebot an Filmen, die für bezahlte Produktplatzierungen geeignet seien, werde "in diesem Land künstlich und auf sehr ärgerliche Weise verknappt", sagte der Verbandsvorsitzende Otto Kettmann am Donnerstag bei einem Fachkongress in Stuttgart. Der Großteil deutscher fiktionaler Produktionen hänge von öffentlich-rechtlichen Sendern ab.

Es sei vielleicht noch zu verstehen, wenn diese bei eigenen Produktionen die Unterstützung durch Dritte - "und sei es nur durch die Bereitstellung von Lollies" - vehement abwehrten, erklärte Kettmann weiter. Unverständlich sei es aber, dass die Sender auch bei Koproduktionen für das Kino "die Produzenten in starkem Maße knebeln und ihnen verbieten, Product Placement zu akquirieren". Dadurch würden die Produzenten sowohl bei der Produktion als auch bei der anschließenden Vermarktung ihrer Filme geschädigt. Kettmann forderte die öffentlich-rechtlichen Sender auf, "hier etwas geschmeidiger zu werden und bei Kinoproduktionen den Produzenten für das Thema Product Placement freie Hand zu lassen".

Deutsche Firmen "verschenken Chancen"

Nach wie vor gebe es kein einheitliches Verständnis für Product Placement in Deutschland, sagte Kettmann. "Markenauftritte" im deutschen Fernsehen gebe es bei Gewinnspielen, bei der Ausstattung von Moderatoren in Magazinen oder Informationssendungen privater Sender oder in der Sportberichterstattung. Die großen Projekte würden hier in Zusammenarbeit von Vermarktern der Sender und den Werbeagenturen der Markenhersteller verhandelt und umgesetzt. Zudem seien Fachagenturen bei Kinoproduktionen unterstützend tätig.

Gleichwohl gebe es in Deutschland - von den großen drei Automobilherstellern abgesehen - "unverändert keine Marke von Rang und Namen", die das Instrument Product Placement strategisch aufgebaut habe. Hier würden etwa von Elektronikfirmen "bedeutende kommunikative Chancen verschenkt". Dem Instrument Product Placement, das eine einzigartige Möglichkeit sei, die eigenen Produkte zu inszenieren, komme bislang noch nicht angemessene Bedeutung zu, sagte Kettmann.

Privatsender dürfen seit April 2010 in Spielfilmen, Serien, Sportsendungen und Formaten der leichten Unterhaltung bezahlte Produktplatzierungen einsetzen. Das platzierte Produkt darf allerdings keine "auffällige Stellung im Sendungsverlauf" erhalten. Produktplatzierungen müssen außerdem zu Beginn und zum Ende einer Sendung und nach jeder Werbeunterbrechung gekennzeichnet werden.

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