Orthodoxe feiern 1.700 Jahre Mailänder Vereinbarung

Orthodoxe feiern 1.700 Jahre Mailänder Vereinbarung
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill ist zu einem mehrtägigen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad eingetroffen. Anlass sind die orthodoxen Feiern zum 1700. Jahrestag der Vereinbarung von Mailand, wie die russische Agentur "Interfax" am Freitag mitteilte.

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In Mailand hatten im Jahr 313 Kaiser Konstantin der Große und sein Mitkaiser Licinius vereinbart, dass für das römische Imperium künftig Religionsfreiheit gelten solle. Die Vereinbarung gab den Christen ihre enteigneten Güter zurück, nachdem die Christenverfolgungen bereits zwei Jahre zuvor zu Ende gegangen waren. Bekannt wurde die Übereinkunft unter dem Namen "Toleranzedikt von Mailand".

Ökumenisches Konzil aller christlichen Kirchen angeregt

Die zentrale Feier findet an diesem Sonntag in der Kirche des Konstantin und der Helena im südserbischen Nis statt. Die antike Stadt Naissus gilt als Geburtsort des römischen Kaises Konstantin. Zu den Feierlichkeiten wird auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., erwartet, der das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen ist. Nahezu alle orthodoxen Patriarchen und Oberhäupter der orthodoxen Nationalkirchen sowie Vertreter der römisch-katholischen, evangelisch-lutherischen und reformierten Kirche sowie der islamischen und jüdischen Gemeinschaft nehmen teil.

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej hatte kürzlich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein ökumenisches Konzil aller christlichen Kirchen und einen Besuch von Papst Franziskus in Nis ins Gespräch gebracht. Allerdings warnte er auch vor möglichen Anschlägen auf den Papst in Serbien. Denn immer noch gebe es viele Serben, die während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien vertrieben worden seien, gab der Patriarch zu bedenken.