"Wertewochen" gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin

"Wertewochen" gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin
Mit einem von Spitzenköchen zubereiteten Menü aus Lebensmittelresten sind am Mittwoch in Berlin die ersten "Wertewochen Lebensmittel" eröffnet worden. Unter dem Motto "In den Topf statt in die Tonne" sind bis 6. Oktober rund 70 Veranstaltungen geplant, wie die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz mitteilte. Daran beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen, Institutionen und Vereine.

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Zum Auftakt kochte Verbraucherschutz-Senator Thomas Heilmann (CDU) zusammen mit den Berliner Köchen Sonja Frühsammer, Markus Semmler und Florian Glauert ein Menü aus Lebensmitteln, die eigentlich in der Mülltonne von Supermärkten gelandet wären, etwa weil das Gemüse aus optischen Gründen nicht mehr zu verkaufen war.

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge sagte zum Auftakt, alle seien aufgerufen, ihr Ess- und Konsumverhalten so zu verändern, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Die beiden großen Kirchen wollen in ihren Erntedankgottesdiensten auch Bezug auf die Wertewoche nehmen.

Jeder wirft im Jahr 82 Kilogramm noch essbare Lebensmittel in den Müll

Die Berliner Tafel rief zum Auftakt zu einem bewussteren Umgang mit abgelaufenen Lebensmitteln auf. Nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder abgelaufen sei, müsse ein Lebensmittel nicht automatisch "in die Tonne getreten" werden, sagte die Chefin der Berliner Tafel, Sabine Werth, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Statistisch gesehen werfe jeder Verbraucher in Deutschland jährlich rund 82 Kilogramm Lebensmittel im Wert von etwa 235 Euro in den Müll, hieß es.