US-Institut: Teile syrischer Giftgas-Fabriken von deutschen Firmen

US-Institut: Teile syrischer Giftgas-Fabriken von deutschen Firmen
Syrien hat aus Deutschland nicht nur problematische Chemikalien erhalten, sondern möglicherweise auch industrielle Teile, die zum Bau von Giftgas-Fabriken verwendet wurden.

Der Vorwurf wird in einem Papier des US-Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) im Jahr 2000 erhoben, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtete. Die Exporte sollen durch staatliche Hermes-Bürgschaften gesichert gewesen sein.

In der Untersuchung über das syrische Potenzial an Massenvernichtungswaffen seien die angeblich gelieferten Komponenten wie auch die Lieferfirmen genannt, darunter der Essener Ferrostaal-Handelskonzern. "Wichtige deutsche pharmazeutische, chemische und maschinenbautechnische Unternehmen" hätten Syrien geholfen, seine Produktionsanlagen aufzubauen, heißt es der Zeitung zufolge in dem Report. Das US-Institut vermute, dass die Lieferungen, die in den 90er Jahren erfolgt sein müssten, nicht gegen deutsches Recht verstoßen haben.

Der Essener Ferrostaal-Konzern erklärte gegenüber der Zeitung nach einer Überprüfung früherer Lieferungen, er könne die Darstellung der CSIS "nicht nachvollziehen". Es gebe ein hausinternes System zur Exportkontrolle. Die Geschäftsführung habe außerdem "2012 gruppenweit festgelegt, dass keine Geschäfte mit Geschäftspartnern in Syrien abgeschlossen werden".

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Syrien aus Deutschland Chemikalien bezogen hat, die zur Herstellung des Nervengifts Sarin verwendet werden können. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte, dass die Lieferung von 111 Tonnen sensibler Substanzen zwischen 2002 und 2006 genehmigt worden war.



 

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