Anselm Grün: Das Böse "ist ein immerwährender Kampf mit uns selbst"

Anselm Grün in seinem Büro im Benediktinerkloster Münsterschwarzach

Foto: epd-bild / Wolf-Dietrich Weissbach

Anselm Grün in seinem Büro im Benediktinerkloster Münsterschwarzach

Anselm Grün: Das Böse "ist ein immerwährender Kampf mit uns selbst"
Nach Auffassung des Bestsellerautors und Benediktinerpaters Anselm Grün steckt "in jedem Menschen ein Fünkchen Böses".

In seinem neuen Buch "Dem Bösen begegnen" beschäftigt sich der Münsterschwarzacher Mönch mit dem Schlechten, das den Menschen Angst einjagt, sie verunsichert, sie aber auch fasziniert. Selbst Jesus habe "die Versuchung gespürt", sagte Grün dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Letztendlich sei bei ihm "das Einssein mit Gott" aber stärker als die Faszination des Bösen gewesen: "Jeder von uns kennt das, es ist ein immerwährender Kampf mit uns selbst." Vor einem "bösen Gegenüber" müsse man sich zunächst einmal abgrenzen, um sich zu schützen, sagte der Erfolgsautor. "Dann aber muss man sich klarmachen, dass das Gegenüber nicht absolut böse ist, sondern nur ein Teilbereich." Hierzu brauche es den Glauben, "um den guten Kern im anderen" sehen zu wollen.

Böses nur mit Bösem vergelten zu wollen, führe nur zu einem Kreislauf des Bösen. "Liebe meint ja auch nicht, einfach alles zu entschuldigen, was andere tun", erläuterte der Benediktiner: Feindesliebe, wie Jesus sie gefordert habe, bedeute, "dass ich mit anderen Augen auf den Menschen schaue".

 

Grün, Anselm: Dem Bösen begegnen: Wege zu einem versöhnten Miteinander, München, 176 Seiten, 16,99 Euro
 

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