Abtreibungsgegner verteidigen "Marsch für das Leben" - Gottesdienst geplant

Abtreibungsgegner verteidigen "Marsch für das Leben" - Gottesdienst geplant
Abtreibungsgegner haben ihren für Samstag geplanten "Marsch für das Leben" gegen Kritik verteidigt. "Es ist nicht immer bequem, wenn an den Grundsatz erinnert wird: Du sollst nicht töten", sagte Martin Lohmann, der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), am Freitag in Berlin.

Eine Gesellschaft, die den Lebensschutz verdränge, höre auf, eine menschenwürdige Gesellschaft zu sein. Lohmann hatte zuvor seien Austritt aus der CDU bekanntgegeben. Die Partei habe sich einem "diffusen und unberechenbaren Pragmatismus" verschrieben, sagte er.

Mit dem "Marsch für das Leben" soll unter anderem gegen Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe protestiert werden. Nach Angaben der Initiatoren werden dazu mehr als 3.000 Teilnehmer erwartet. Zudem wird ein ökumenischer Gottesdienst unter freien Himmel an einem noch nicht bekanntgegebenen Ort stattfinden. Die Geheimhaltung erfolge zum Schutz vor möglicherweise gewalttätigen Gegendemonstrationen, hieß es vom Bundesverband Lebensrecht.

Katholische und evangelische Kirche unterstützen den Marsch

Der Marsch wird von mehreren Organisationen unterstützt. So beteiligt sich unter anderem die europaweite Initiative "Einer von uns". Ihr Ziel ist ein EU-weites Bürgerbegehren gegen die Förderung der embryonalen Stammzellforschung. Die Koordinatorin der Initiative für Deutschland, Hedwig von Beverfoerde, betonte, dass in dieser Woche die nötige Zahl von mehr als eine Million Unterstützerunterschriften erreicht worden sei und sich nun die EU-Kommission mit dem Thema befassen müsse.

Mehrere katholische und evangelische Bischöfe sandten Grußworte. So verwies der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, in seinem Schreiben auf die rund 300.000 Euthanasie-Opfer im Nationalsozialismus. Das Gedenken an sie sei eine Mahnung, "dass wir uns nicht das Recht anmaßen dürfen, Leben als unwert zu bezeichnen und daraus die Rechtfertigung ziehen, es zu beenden", schrieb Dröge.

Kritik am Marsch wächst

Als Christen "verkündigen wir die Botschaft des Lebens und bezeugen damit, dass die unzerstörbare Würde eines jeden Menschen von Gott gegeben ist und unabhängig von seinen Eigenschaften und der Umgebung existiert", hieß es weiter. Das "Ja zur Unverfügbarkeit des Lebens" brauche öffentliches Engagement, wie es sich auch in dem Marsch für das Leben ausdrückt, betonte der Bischof. 

Seit Tagen wächst allerdings auch die Kritik an dem Marsch. Ein von den Abtreibungsgegnern geplanter ökumenischer Gottesdienst im Berliner Dom wurde vom Domkirchenkollegium abgesagt. "Wir sehen es als höchst problematisch an, die ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz - wie zum Beispiel einen Schwangerschaftsabbruch oder die Präimplantationsdiagnostik - zum Gegenstand einer Aktion mit dem Namen 'Marsch für das Leben' zu machen", hatte die Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Irmgard Schwaetzer, erklärt.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung begrüßte die Absage und forderte von der Berlin-Brandenburger Kirche, sich dieser Haltung anzuschließen. "Die klare und mutige Entscheidung des Domkirchenkollegiums setzt aus unserer Sicht ein wichtiges Zeichen für einen Weg jenseits von Fundamentalismus und Beliebigkeit", sagte Bündnisvertreterin Ines Scheibe. Sie forderte, dass sich alle Vertreter der evangelischen Kirche dem anschließen sollten.

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