Oxfam: Sparpolitik könnte 25 Millionen Europäer in Armut treiben

Oxfam: Sparpolitik könnte 25 Millionen Europäer in Armut treiben
Die rigide Sparpolitik europäischer Staaten könnte Entwicklungsexperten zufolge in den nächsten zwölf Jahren weitere 25 Millionen Europäer in Armut treiben.

Nach einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht der internationalen Entwicklungsorganisation Oxfam wären im Jahr 2025 insgesamt fast 150 Millionen Einwohner in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet, wenn kein Politikwechsel stattfindet.

Die Sparmaßnahmen seit Beginn der Finanzkrise 2008 senkten weder die Staatsverschuldung, noch schüfen sie ein nachhaltiges Wachstum, erklärte Oxfam-Kampagnenleiter Jörg Kalinski: "Stattdessen vergrößern sie Armut und Ungleichheit." Die bisherige Krisenpolitik drohe "jahrzehntelange Errungenschaften" zu verdrängen. Durch die hohe Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne könnten Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien bald weltweit zu den Ländern mit der größten Einkommensungleichheit gehören, sagte Kalinski. Besonders Frauen und Jugendliche seien gefährdet.

Lehren aus den Krisen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika ziehen

Nach Ansicht von Oxfam sollte Europa Lehren aus den Finanzkrisen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika aus den 80er und 90er Jahren ziehen. Damals hätten Sparmaßnahmen zu einem Einbruch der Wirtschaft und massiven Abbau der Sozialausgaben geführt. Einige Länder hätten bis zu 20 Jahre gebraucht, um ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen.

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