Filmkritik der Woche: "R.E.D. 2"

Der Film "R.E.D. 2" jetzt im Kino

Foto: epd/Concorde

Szene aus dem Film "R.E.D.2" mit Mary-Louise Parker, (Sarah), Bruce Willis (Frank) und John Malkovich (Marvin).

Filmkritik der Woche: "R.E.D. 2"
Wie ein Abend mit guten alten Freunden: Für die Fortsetzung "R.E.D. 2" übernimmt Dean Parisot die Regie von Robert Schwentke und sammelt erneut ein spektakuläres Seniorenteam um Bruce Willis, Mary-Louise Parker und John Malkovich.

Auch im Kino wollen sich Heerscharen noch ausgesprochen rüstiger, älterer Menschen nicht einfach ausmustern lassen. Nehmen wir Bruce Willis: Eigentlich hat er sein Verfallsdatum als Actionheld längst überschritten. Statt sich jedoch in friedliche Seniorenrollen einzufinden, zeigt er den Jungen immer wieder aufs Neue, dass man auch mit analogen Fähigkeiten auftrumpfen kann. Mit der richtigen Mischung aus gelassener Coolness und selbstironischem Augenzwinkern mischt er die moderne Welt auf, in den jüngsten "Stirb langsam"-Filmen, in den bereits in die dritte Runde gehenden "The Expendables" und in "R.E.D.", was für "Retired, extremely dangerous" steht und damit im Grunde das Motto für all diese Rollen auf den Punkt bringt.

Nun also "R.E.D. 2": Am Anfang des Films lauert Marvin (John Malkovich) seinem alten CIA-Kumpel Frank (Bruce Willis) im Baumarkt auf, wo er zusammen mit seiner Freundin Sarah (Mary-Louise Parker) Materialien für den Nestbau kauft: "Du hast seit 'ner Ewigkeit niemanden mehr umgelegt", raunt er. Doch Frank lässt sich nur widerwillig in den aktiven Dienst zurückholen, im Grunde erst, als akute Lebensgefahr droht, weil sie als Mitwisser eines geheimen Regierungsprogramms eliminiert werden sollen.

Die Filmhandlung wird fortan durch die actionreiche Suche nach der Ende der 70er Jahre konzipierten Superwaffe vorangetrieben, in Wirklichkeit geht es jedoch um die Dynamik zwischen den alten Gefährten, um die Freundschaft zwischen Marvin und Frank, um die Liebe zwischen Frank und Sarah, um die Affäre von Ivan (Brian Cox) und Victoria (Helen Mirren) und um die Freundschaft und Konkurrenz unter den Geheimdienstgefährten.

Dabei liefern sich Mary-Louise Parker und Bruce Willis in Screwball-Manier sprühende Wortgefechte und liebevolle Kabbeleien. Während er seine Liebe in Sicherheit wissen will, sucht sie die Gefahr: "Machen wir uns nichts vor, das Leben ist langweilig geworden", merkt sie an und wirft sich mit einem charmanten Mix aus Unschuld und schwungvollem Elan ins Agentenabenteuer, während Brian Cox' Ivan mit einem verzückten Blick auf die schießende Victoria kundtut, wie wundervoll die Art sei, wie sie die Zehen verbiegt, wenn sie den Abzug drückt.

Den Regiestaffelstab hat Dean Parisot von Robert Schwentke übernommen. Nach den Albernheiten von "Verliebt in Sally" und "Dick und Jane" und sehr vielen Fernsehserien wie "Emergency Room", "Monk" oder "Modern Family" hebt er die Qualitätslatte in seinem "R.E.D."-Sequel vor allem durch die grandiose Besetzung.

Flirrende Leichtigkeit

Mit kindlicher Lust an der Zerstörung und sehr vielen schlagfertigen "Einzeilern" werfen sich neben Willis, Parker, Malkovich, Mirren und Cox noch David Thewliss, Catherine Zeta-Jones und Anthony Hopkins ins Gefecht. Hopkins lässt seinen Bombenbastler mit großem Ernst zwischen genialem Wissenschaftler und irrem Psychopathen oszillieren.

Ansonsten sorgt die Dynamik unter den Ex-Agenten für eine flirrende Leichtigkeit und einen unwiderstehlichen Schwung, der einen schönen Kontrast zur rasanten und gewalttätigen Action bildet. Am Ende hat man das Gefühl, einen sehr beschwingten Abend mit guten alten Freunden verbracht zu haben.

USA 2013.Regie: Dean Parisot. Drehbuch: Jon Hoeber, Erich Hoeber. Mit: Bruce Willis, John Malkovich, Mary-Louise Parker, Helen Mirren, Anthony Hopkins, Catherine Zeta-Jones, Brian Cox. Länge: 116 Minuten. FSK: ab 16 Jahre

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