Syrien-Vermittler sieht Friedenskonferenz in Gefahr

Syrien-Vermittler sieht Friedenskonferenz in Gefahr
Der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi sieht nur noch geringe Chancen für eine Syrien-Friedenskonferenz in Genf. Das lange geplante Treffen zur Beendigung des Bürgerkriegs sei "jetzt in Gefahr", sagte Brahimi während des G-20-Gipfels in St. Petersburg.

Der Vermittler begründete seinen Pessimismus mit den Chemiewaffen-Angriffen vor gut zwei Wochen im Raum Damaskus und den möglichen US-Militärschlägen gegen das Assad-Regime. Brahimi drängte zusammen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beim G-20-Gipfel auf eine Friedenskonferenz in Genf. Beide hatten sich mit Vertretern der USA und Russlands am Rande der Beratungen getroffen.

Washington und Moskau hatten im Mai das Syrien-Treffen angeregt. Bislang aber kam es wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Teilnehmer und die Agenda nicht zustande. Zudem sagten die USA nach dem Giftgasangriff im Raum Damaskus ein Vorbereitungstreffen für die Syrien-Gespräche ab.

Obama macht Syriens Präsident Baschar al-Assad für den Giftgasangriff verantwortlich und wirft ihm vor, Hunderte Menschen mit den geächteten Chemiewaffen getötet zu haben.

Brahimi betonte weiter, der Syrien-Konflikt könne nur durch eine politische Lösung gestoppt werden. Der frühere algerische Spitzendiplomat hatte sein Büro von New York nach Genf verlegt, um die Syrien-Konferenz vorzubereiten. Der 79-jährige arbeitet im Auftrag der UN und der Arabischen Liga. Im syrischen Bürgerkrieg wurden bereits mehr als 100.000 Menschen getötet, weit mehr als sechs Millionen Menschen sind auf der Flucht.

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