Wahllokal-Tester sehen noch etliche Barrieren beim Wählen

Wahllokal-Tester sehen noch etliche Barrieren beim Wählen
Rund einen Monat vor der Bundestagswahl hat die Aktion Mensch etliche Hürden beim Gang zur Wahlurne aufgedeckt. Häufig seien Rampen für Rollstuhlfahrer hinter den Wahllokalen versteckt, die Beschilderung nicht ausreichend oder irreführend und die Sprache zu kompliziert, merkten die Wahllokal-Tester der Hilfsorganisation am Freitag in München an.

Fünf Tage lang hatte ein dreiköpfiges Team, bestehend aus einem Rollstuhlfahrer, einer Frau mit Lernschwäche und einem Blinden, die Barrierefreiheit von Wahllokalen in ausgewählten deutschen Städten unter die Lupe genommen.

In den meisten Bundesländern seien Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wahrgenommen worden, nicht aber Menschen mit Lern- oder Sinneseinschränkungen, bilanzierte der Sprecher der Aktion Mensch, Sascha Decker. Der Wahllokal-Test sei zwar nicht repräsentativ. "Aber wir nehmen wahr, dass wir mit unserer Präsenz Dinge anstoßen", sagte Decker.

Dem Hilfswerk zufolge sind zur Bundestagswahl am 22. September rund sieben Millionen Schwerbehinderte wahlberechtigt, hinzu kommen etwa 21 Millionen Menschen mit schlechter Lesefähigkeit. "Das ist letzten Endes eine Sensibilisierungskampagne", sagte der Sänger Guildo Horn. Von Barrierefreiheit profitiere schließlich jeder. Guildo Horn hatte den Bus des Teams zu den Stationen in Berlin, Hamburg, Köln, Kassel und München gefahren.

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