Wittenberg startet größtes Bauvorhaben zum Reformationsjubiläum

Schlosskirche in Wittenberg wird renoviert

Foto: epd-bild/Jens Schlüter

Wittenberg startet größtes Bauvorhaben zum Reformationsjubiläum
Am Wittenberger Schlosskirchensemble haben am Freitag offiziell rund 33 Millionen Euro teure Bauarbeiten begonnen. Bei der Neugestaltung der Gebäudeanlage handele es sich um das größte und bedeutendste Investitionsvorhaben zum 500. Reformationsjubiläum 2017, sagte Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) beim symbolischen ersten Spatenstich. Mit Renovierung, Umbau und Neubau sei eine Wiedergeburt des Ensembles erlebbar. Erfordernisse des Denkmalschutzes, des modernen Tourismus und der Funktionalität würden in eine ausgewogene Balance gebracht.

Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) erklärte, mit dem Vorhaben beginne eine neue Epoche für die Weltkulturerbestätte. Bei dem Projekt werde auch die Schlosskirche als Wiege der Reformation sowie das Evangelische Predigerseminar als Zukunftswerkstatt des Protestantismus zusammengeführt, betonte Seminar-Direktorin Hanna Kasparick.

Basis des Projekts ist eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Land, der Stadt, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen. Geplant sind zwei voneinander unabhängige Vorhaben. Dabei soll unter anderem das Schloss einen Südflügel als Neubau bekommen. Zur Vorbereitung wurde bereits im vergangenen Jahr mit archäologischen Grabungen begonnen.

Den größten Anteil bei der Finanzierung tragen das Land und der Bund. Zu den weiteren Plänen gehört auch der Bau eines Besucherzentrums für Touristen. Im Schloss wohnte einst Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525), der als "schützende Hand" Luthers gilt. Das Evangelische Predigerseminar war Mitte 2012 vom Wittenberger Augusteum, in dem ebenfalls umfangreiche Bauarbeiten laufen, in das Schloss umgezogen

Mit der Veröffentlichung seiner vor allem gegen den Ablasshandel gerichteten 95 Thesen, die er 1517 an die Tür der Schlosskirche angeschlagen haben soll, hatte Martin Luther (1483-1546) die Kirchenreformation eingeleitet. Neben der Schlosskirche und der Stadtkirche sind in Wittenberg auch die Museen Lutherhaus und Melanchthonhaus Weltkulturerbe der UNESCO. Dieses Siegel tragen ebenso in Eisleben das Geburtshaus und das Sterbehaus Luthers.

Meldungen

Top Meldung
Die Corona-Pandemie hat am Sonntag erneut die Predigten leitender Geistlicher beherrscht. Sie appellierten an die Gläubigen, alte und kranke Menschen jetzt nicht alleinzulassen. "Wir sitzen alle im selben Boot", betonte der Papst.