Filmkritik der Woche: "Man of Steel"

Der Film "Man of Steel" kommt in die Kinos

Foto: epd-bild/Clay Enos/Warner Bros

Filmkritik der Woche: "Man of Steel"
Intergalaktisches Geballer: Er war der erste Superheld, der es ins große Kino schaffte. Das war Ende der 70er. Seitdem ist Superman nie mehr so recht in die Gänge gekommen. Jetzt versucht Regisseur Zack Snyder mit "Man of Steel", dem Unbesiegbaren ein neues Image zu geben.

Jetzt hat es also auch Superman erwischt. Tiefe Sorgenfalten scheinen direkt aus seinen Brauen zu wachsen; voll wissender Traurigkeit schauen die blauen Augen. Wenn er sich gegen das Gestänge einer einstürzenden Bohrinsel stemmt, ist es, als lasteten nicht bloß ein paar Tonnen Stahl auf seinen Schultern, sondern das Gewicht der ganzen Welt.

Lange hat der Kryptonier sich gegen Hollywoods aktuellen Superhelden-Hype gewehrt. Die Superman-Filme der letzten dreißig Jahre lassen sich an einer Hand abzählen, weil sein Gutmenschentum im Vergleich mit den farbigeren Comic-Kollegen arg eindimensional und angestaubt wirkte. Superman, mit bürgerlichem Namen Clark Kent, war irgendwie uncool, ein Retro-Langweiler ohne Ecken und Kanten. Mit "Man of Steel" aber ist er angekommen in der Liga der grüblerischen Gentlemen, beim zerrissenen Hulk, beim schüchternen Spiderman und vor allem beim finsteren Batman.

Nach diversen gescheiterten Versuchen hat Warner Bros. einen überraschend simplen Zug gemacht und Christopher Nolan als Produzenten und David S. Goyer als Autor verpflichtet, darauf hoffend, dass es dem Erfolgsduo schon gelingen würde, die Film-Marke "Superman" neu zu erfinden. Tatsächlich weist "Man of Steel" diverse Parallelen zum Auftakt der Batman-Trilogie auf, die Nolan und Goyer zum Kassentriumph führten.

Zwar behält der Superman-Film die Eckpunkte der Biografie seines Protagonisten bei. Er verortet die Story aber in einer realistischeren Welt und erzählt vor allem vom Werden der Legende, vom zuweilen holprigen und selbstquälerischen Kampf gegen äußere und innere Widerstände, der dem Heldenstatus vorangeht. Dazu reiht der Film zunächst in loser, nicht-chronologischer Folge Szenen aus Clark Kents Jugend aneinander, in denen es vor allem darum geht, wie er mit seiner "Freakigkeit" hadert.

"Man of Steel" deshalb als Nolan-Film zu betrachten, wäre übertrieben. Das Abgründige der Batman-Saga injizieren Nolan und Goyer in homöopathischen Dosen. Im übrigen schaffen sie für Regisseur Zack Snyder ("300", "Watchmen") jede Menge Gelegenheiten, es richtig krachen zu lassen.

Futuristisches Spektakel mit martialischem Schlachtgetümmel

Schon das elaborierte Vorspiel auf dem Planet Krypton kombiniert futuristisches Spektakel mit martialischem Schlachtgetümmel. Und wenn die Geschichte dann auf der Erde ankommt, folgen Katastrophen, Stunts und intergalaktisches Geballer in erstaunlicher Schlagzahl aufeinander. Wenn Superman (ideal: Henry Cavill) im letzten Drittel die Menschheit vor den kryptonischen Bösewichtern rettet, wirken die Blockbuster von Michael Bay, Roland Emmerich und Tony Scott plötzlich bedächtig, so bombastisch sind hier die Effekte, so gigantisch ihre Dimensionen.

Das beachtliche Ensemble - neben der energiegeladenen Amy Adams als Lois Lane sind Kevin Costner, Diane Lane, Russell Crowe, Michael Shannon und Laurence Fishburne mit von der Partie - hat es dagegen naturgemäß schwer. Wie in den Batman-Filmen aber verleiht es durch seine schiere Präsenz der Comicbook-Handlung einen seriösen Anstrich.

USA/Kanada/Großbritannien 2013. Regie: Zack Snyder. Buch: David S. Goyer. Mit: Henry Cavill, Amy Adams, Michael Shannon, Russell Crowe, Kevin Costner, Diane Lane, Antje Traue, Laurence Fishburne.. Länge: 143 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

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