Eine Frage des Vertrauens

Beziehung, Partnerschaft, Familie: Ein Bereich, in dem es häufig um Vertrauen geht

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Beziehung, Partnerschaft, Familie: Ein Bereich, in dem es häufig um Vertrauen geht

Eine Frage des Vertrauens
Immer wieder ein Thema bei den Fragen an Heike Bauer-Banzhaf auf evangelisch.de: Vertrauen
Halbzeit beim neuen evangelisch.de-Angebot: Fünf Wochen lang können Fragen zu Beziehung, Partnerschaft und Familie an Gastexpertin Heike Bauer-Banzhaf gestellt werden. Und immer wieder geht es um Vertrauen.
Deutschland spricht 2019

Ihr wird offensichtlich Vertrauen entgegen gebracht: Heike Bauer-Banzhaf, erfahrene Kommunikationstrainerin und systemischer Coach beantwortet seit zweieinhalb Wochen Fragen zu den Themen Beziehung, Partnerschaft und Familie auf fragen.evangelisch.de. Keine leichten Fragen, Fragen, bei denen es manchmal "ans Eingemachte" geht, Fragen, die eben Vertrauen erfordern zu der Person, die um Rat gefragt wird.

Oft geht es auch ganz direkt um verschiedene Aspekte von Vertrauen in den Fragen: User HW zum Beispiel fragt ganz direkt: "Wie soll ich wieder vertrauen?" Nachdem seine Frau eine Affäre hatte und er mit ihr eine Paartherapie gemacht hat, dachte er eigentlich, mit der Sache umgehen zu können. Leider musste er aber feststellen, dass er, wenn seine Frau auf Geschäftsreise ist, immer noch sehr unsicher ist. Heike Bauer-Banzhaf antwortet mit einem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Rat: Er solle sich nicht nur um das Vertrauen zu seiner Frau kümmern, sondern auch um das Vertrauen zu sich selbst: "Welchen Wert sprechen Sie sich selber zu? Welche Gefühle wollen (endlich?) wahrgenommen und wertgeschätzt werden?"

Schleifstein in Richtung Zusammenhalt

Das Vertrauen des Sohnes ihres Mannes wiederum hat eine anonyme Fragestellerin in eine verzwickte Situation gebracht: Er hat ihr nämlich gestanden, im Elektronikmarkt geklaut zu haben und sie gebeten, das nicht weiter zu erzählen. Und auch in Heike Bauer-Banzhafs Antwort geht es um Vertrauen und partnerschaftliches Miteinander. Sie rät, sowohl nach den Gründen für den Diebstahl zu forschen, als auch die Situation als "Schleifstein  in Richtung Zusammenhalt und eines offen-partnerschaftlichen Umgangs miteinander" zu nutzen: Alle Beteiligten in der Patchworkfamilie, im Optimalfall auch die Mutter des Jungen, müssten gemeinsam an der Lösung arbeiten und das Gespräch suchen. So könne der Sohn sehen, dass tatsächlich alle an einem Strang zögen, wenn es nötig und wichtig würde.

Und Vertrauen in die Beziehung braucht es letztendlich auch bei Marlies, die sich in ihrer Frage über das vermeintlich banale Problem beklagt, dass ihr Freund sich überhaupt nicht dafür interessiert, die gemeinsame Wohnung in einem einigermaßen schönen Zustand zu halten. Bei dieser Frage, die auch auf Seminaren immer wieder auftauche, so Heike Bauer-Banzhaf, handele es sich allerdings um mehr als den bloßen Ärger über das Festsitzen in der "Hausfrauenrolle". Es könne auch um ganz grundlegende Bedürfnisse gehen: "Ist es das Bedürfnis nach Rücksicht, nach Aufmerksamkeit, nach Anerkennung, nach Wertschätzung? Wünschen Sie sich mehr tatkräftige Hilfe und Unterstützung von Ihrem Freund?"

Häufige Vorwürfe würden hier überhaupt nicht weiterhelfen, meint die Expertin. Vielmehr geht es eben auch hier um eine vertrauensvolle Beziehung, die eine partnerschaftliche Klärung des Problems erst möglich macht und umgekehrt. Heike Bauer-Banzhaf schlägt ein Gespräch vor, zum Beispiel in einem Café, in dem die Bedürfnisse beider Seiten ohne gegenseitige Angriffe ausgesprochen werden. Eine mögliche Lösung könne dann so aussehen: "Legen Sie beide einen Mindeststandard fest, bei dem Sie sich beide gerade noch wohl fühlen - und bleiben Sie dabei bitte tolerant."

Wunsch für den Absender zum Abschied

Bei alledem sind auch die anderen Themen, um die sich die Fragen an Heike Bauer-Banzhaf drehen, höchst unterschiedlich: Mal geht es um die Eifersucht zwischen den beiden kleinen Kindern, mal um die Ehe zwischen einem Atheisten und einer Christin, mal auch einfach um einen Rat, wie das gemeinsame Ausgehen wieder intensiviert werden könne. Immer aber hat Heike Bauer-Banzhaf zum Abschied einen liebevollen Wunsch für den Absender der Frage übrig - und gerne klingt der auch mal ganz einfach so: "Nun wünsche ich Ihnen viel Kraft für die anstehenden Gespräche und danke für Ihr VERTRAUEN."

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