Politikwissenschaftler: Immer mehr Menschen leben ohne Gott

Politikwissenschaftler: Immer mehr Menschen leben ohne Gott
Eine zunehmende Entchristlichung beeinflusst nach Meinung des Politikwissenschaftlers und Publizisten Andreas Püttmann alle Bereiche des Lebens. "Immer mehr Menschen leben ohne Gott. Das muss negative Folgen haben", sagte Püttmann am Freitag beim Eucharistischen Kongress der katholischen Kirche in Köln.

Es fehle eine moralische Instanz, die in einer komplexen Welt Leitlinien vorgebe, sei es bei Themen wie Mobbing, steigenden Scheidungsraten, zunehmende Kommerzialisierung oder der Entsolidarisierung der Gesellschaft.

"Wenn man an einem Rädchen dreht, drehen sich auch andere Schrauben mit", fügte Püttmann hinzu, der mit Werken wie "Gesellschaft ohne Gott. Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands" bekanntgeworden ist.

Püttmann lobte die katholische Kirche als die letzte große moralische Instanz. Sie sei zum Beispiel ein Stützpfeiler des Tötungstabus. "Die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens ist unangreifbar", betonte Püttmann. Nur in der katholischen Kirche spreche man sich so deutlich und kompromisslos gegen Abtreibung und Embryonenforschung aus.

Christentum "immunisiere" zudem gegen negative Einflüsse: "Christen neigen deutlich weniger zu rechts- oder linksradikalen Gruppierungen." 

Der Eucharistische Kongress mit Zehntausenden Teilnehmern und rund 800 Veranstaltungen in Köln geht an diesem Sonntag zu Ende. Das Großereignis wird von der Deutschen Bischofskonferenz veranstaltet und vom Erzbistum Köln ausgerichtet. Der Kongress richtet sich vornehmlich an katholische Gläubige.

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