Bundesregierung wirbt um Fachkräfte aus Entwicklungsländern

Bundesregierung wirbt um Fachkräfte aus Entwicklungsländern
Die Bundesregierung wirbt um Fachkräfte aus Entwicklungsländern, um dem Mangel an qualifiziertem Personal in vielen Branchen entgegenzuwirken. "Der demografische Wandel hat uns längst eingeholt", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, Gudrun Kopp (FDP), am Dienstag in Berlin. Einen Großteil des Bedarfs könne Deutschland nur durch Zuwanderung decken. Kopp äußerte sich auf einer Expertentagung zu Chancen und Risiken der Fachkräftemigration.

In der Pflege oder auch im Ingenieurwesen gebe es bereits einen enormen Mangel an Fachkräften, der nur schwer aufzufangen sei, sagte Kopp. Insgesamt werden Deutschland bis zum Jahr 2025 mehr als 6,5 Millionen Fachkräfte fehlen. Viele Unternehmen suchten Bewerber hauptsächlich in Deutschland oder Europa. Das Potenzial etwa in Afrika oder Asien werde unterschätzt. Deutschland sei nicht immer das erste Zielland für Migranten, fügte Kopp hinzu. Allein die Sprache bereite vielen Probleme. Die Staatssekretärin warb für mehr Integrationsmaßnahmen und eine "Willkommenskultur" im Alltag.

Kopp fügte hinzu: "Migranten bereichern unser Land und in gleichem Maße müssen ihre Erfahrungen auch die Herkunftsländer bereichern." Zuwanderung dürfe allerdings nicht zu einem Verlust an Qualifikationen in der Heimat der Migranten führen. Negative Auswirkungen dort müssten vermieden werden. Eine gut geregelte Migration fördere Entwicklungsschancen und mindere das Konfliktpotenzial. Zudem müssten Strategien für eine Rückkehr in die Heimatländer entwickelt werden.

Kopp betonte zudem, wie wichtig für viele Entwicklungsländer die Geldtransfers von Migranten seien. Schätzungen der Weltbank zufolge werden jährlich mehr als 400 Milliarden US-Dollar von Migranten an Angehörige in Entwicklungsländer überwiesen. Neben den finanziellen Hilfen profitierten die Staaten von einem Austausch von Werten, Kulturen und Sprachen.

Meldungen

Top Meldung
Derzeit finden Gottesdienste wegen der Corona-Pandemie nur ohne Gemeinde statt. Der Kirchenrechtler Heinig hält dies trotz der vorübergehenden Beschneidung der Religionsfreiheit für gerechtfertigt.