Filmkritik der Woche: "The Big Wedding"

The Big Wedding

Foto: epd

Szenenbild aus "The Big Wedding".

Filmkritik der Woche: "The Big Wedding"
Mit einer turbulenten Trauung innerhalb einer Patchworkfamilie versucht Regisseur Justin Zackham in seiner Komödie "The Big Wedding" die Zuschauer zum Lachen zu bringen.

Wenn Kinder aus Patchworkfamilien heiraten, kann die Hochzeitsfeier durch das Aufeinandertreffen ehemaliger Eheleute zu einer diplomatischen Herausforderung werden. Gleichzeitig wirft die Anwesenheit der geschiedenen Eltern ein recht desillusionierendes Licht auf das romantische Großereignis.

Justin Zackhams "The Big Wedding" baut dieses Szenario noch ein wenig aus, indem er dem Bräutigam gleich drei Mutterfiguren zuweist: Alejandro (Ben Barnes) kam als Adoptivkind aus Südamerika in die Familie Griffin. Damals waren Ellie (Diane Keaton) und Don (Robert De Niro) noch ein Paar – bis Don mit Ellies bester Freundin Bebe (Susan Sarandon) anbändelte, die dann die Mutterrolle in der Familie übernahm. Zur Hochzeit reist neben der früheren Rivalin aber auch Alejandros leibliche, erzkatholische Mutter (Patricia Rae) an. Um deren sittlichen Ansprüchen gerecht zu werden, sollen nun Ellie und Don ein Wochenende lang noch einmal Ehepaar spielen.

"American Pie" für Ältere

Die Grundidee für seine Hochzeitskomödie hat Zackham der französisch-schweizerischen Produktion "Wie eine richtige Familie" (2006) entliehen. Er beeindruckt vor allem durch sein A-Liga-Ensemble, mit dessen Ressourcen er jedoch kaum etwas anzufangen weiß. Schon in den ersten Filmminuten wird das wenig subtile Humorniveau festgeklopft, wenn Diane Keaton in der Küche Robert De Niro und Susan Sarandon in unzweideutiger Position überrascht.

Über weite Strecken kommt "The Big Wedding" wie eine Variation von American Pie (1999) für die ältere Generation daher. Die Altstars schlängeln sich ohne großes Engagement durch die mittelmäßigen Dialoge. Nur wenn die Kamera zur Großaufnahme auf Susan Sarandon ausholt, glaubt man, in ihren Augen ein Feuer zu erkennen, mit dem man eine sehr viel mutigere Komödie hätte entfachen können. Denn im Zusammenprall der gealterten Helden der wilden 70er mit den Neurosen und romantischen Sehnsüchten ihrer erwachsenen Kinder schlummert eine Menge komödiantisches Potenzial, das "The Big Wedding" mehr hätte ausloten sollen.

USA 2013. Regie: Justin Zackham. Buch: Justin Zackham. Mit: Robert De Niro, Katherine Heigl, Diane Keaton, Susan Sarandon. Länge: 89 Minuten. FSK: ab 12 Jahren.

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