Attacke auf Mainzer Moscheeverein Arab-Nil-Rhein

Attacke auf Mainzer Moscheeverein Arab-Nil-Rhein
Unbekannte haben vor dem Eingang des Mainzer Moscheevereins Arab-Nil-Rhein in der Nacht auf Samstag eine rote Flüssigkeit verschüttet und auf die Fenster Plakate geklebt, die eine junge Afghanin mit abgeschnittener Nase zeigen.

Das Foto der von Taliban verstümmelten Frau war als Titelbild des "Time"-Magazins im Jahr 2010 weltbekannt geworden. Eine Videokamera habe um 01.45 Uhr zwei Täter aufgezeichnet, sagte ein Polizeisprecher am Wochenende. Die Polizei werde untersuchen, um was für eine Flüssigkeit es sich handele.

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Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) bezeichnete die Attacke auf den Moscheeverein als "unerträglich". "Durch diese Straftat einzelner Personen soll eine Islamfeindlichkeit geschürt werden, gegen die wir alle, unabhängig von unserem Glauben, zusammenstehen müssen", sagte sie. Muslime seien ein geschätzter Teil der Gesellschaft. Der Arab-Nil-Rhein-Verein war vergangene Woche wegen der Einladung eines umstrittenen saudischen Fernsehpredigers in die Kritik geraten.

"Wir haben noch nie so etwas erlebt", sagte der Vereinsvorsitzende Abdulatif Hussein dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch während der teils heftigen Debatte vor der Eröffnung des ersten islamischen Kindergartens in Rheinland-Pfalz habe es keine Übergriffe gegeben. Die Moscheegemeinde sei bislang davon ausgegangen, dass sie ihren Platz in der deutschen Gesellschaft gefunden habe. "Jetzt merken wir, dass das wohl doch nicht der Fall ist", sagte Hussein.

Die Attacke auf das Vereinsgebäude war nach Husseins Angaben am Samstagmorgen von einer Gruppe Kinder entdeckt worden, die an Wochenenden am Arabisch- und Religionsunterricht teilnehmen.