Kretschmann: Staat und Religion dürfen nicht ineinander aufgehen

Kretschmann: Staat und Religion dürfen nicht ineinander aufgehen
Festakt zu 450 Jahre Heidelberger Katechismus
Mit einem Festakt zum 450-jährigen Bestehen des Heidelberger Katechismus haben Vertreter aus Politik und Kirche die Bedeutung der reformierten Bekenntnisschrift gewürdigt. Die Erfahrungen des Katechismus zeigten, dass Staat und Religion nicht ineinander aufgehen dürfen, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider würdigte die Schrift als Bekenntnis, "das keine Dogmatik verordnete, sondern argumentierte und versuchte zu überzeugen". Kirchen und Religionen seien wichtige Gestaltungskräfte der Gesellschaft und würden staatlichem Handeln bedeutsame Impulse für das gesellschaftliche Miteinander geben, wie Kretschmann sagte. Der EKD-Ratsvorsitzende Schneider betonte, dass der Katechismus im Kontext der Universität ebenso bestehen wollte wie in der persönlichen Seelsorge. Ohne Zwang und Gewalt, allein mit dem Wort und dem guten Argument sollte der christliche Glauben vermittelt werden, sagte Schneider.

Die wichtigste Wirkung des Katechismus liege in der Zuspitzung christlicher Glaubenslehre auf existenzielle Fragen der Menschen, erklärte der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer. Mit der Antwort auf die erste Frage "Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?" entfalte der Katechismus "die gesamte Macht des Glaubens, die unser Leben trägt", betonte Fischer.

Der Katechismus habe die Welt verändert, sagte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner. Das politische Vermächtnis der theologischen Schrift liege in der Toleranz im Sinne von Akzeptanz auch anderer Auffassungen. Der 1563 in Heidelberg veröffentlichte Katechismus wurde weltweit verbreitet, in 40 Sprachen übersetzt und ist bis heute die bedeutendste Schrift der reformierten Kirche.

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